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Kommentar zur Rente: Schritt zur Ehrlichkeit

Kommentar zur Rente : Schritt zur Ehrlichkeit

Davor haben sich frühere Regierungen immer gedrückt: Bisher reichten Prognosen zur Rentenpolitik immer nur bis zum Jahr 2030. Das ist bei der langfristig angelegten Rentenpolitik ein kurzer Zeitraum. Deshalb ist es richtig, dass Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) erstmals die Fakten auf den Tisch legt.

Zu lange schon scheute sich die Politik vor dem Eingeständnis, dass sich nach 2030 die Eckwerte in der Rentenversicherung rapide verschlechtern. Das Rentenniveau sinkt dann unter die bisher festgelegte Grenze. Außerdem droht bei den Beiträgen ein neuer Schub. Dass die Berechnungen nun bekannt werden, ist ein Schritt zu mehr Ehrlichkeit in der Rentenpolitik.

Die junge Generation muss wissen, worauf sie sich einzustellen hat. Ihr drohen doppelte Belastungen: Zum einen wird der Rentenbeitrag steigen, andererseits sinken die Leistungen. Das wirft die Frage auf, ob die Rentenversicherung attraktiv bleibt. Die Politik muss reagieren. Die Debatte über ein Mindest-Rentenniveau ist überfällig. Um den demografischen Wandel zu bewältigen, sind Einbußen bei der Rente zwar unvermeidlich. Es muss aber Haltepunkte geben. Offen ist, wie das finanziert wird. Dafür hat die Regierung kein Konzept. Jetzt zeigt sich, dass die Erhöhung der Mütterrente und die Rente mit 63 falsch waren. Dies engt den Spielraum weiter ein.