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Kommentar: Schulstart in Rheinland-Pfalz - Hitzige Debatten

Kommentar : Schulstart in Rheinland-Pfalz - Hitzige Debatten

Wie sich die Wortmeldungen doch gleichen: Die CDU hält die Schulen im Blick auf die Inklusion nicht für ausreichend vorbereitet - die rot-grüne Regierung schon. Die CDU kritisiert die aus ihrer Sicht mangelnde Lehrerversorgung - SPD und Grüne heben zahlreiche Neueinstellungen von Pädagogen hervor.

Die CDU fordert mehr Engagement gegen Unterrichtsausfall - die Schulministerin spricht von einer guten Unterrichtsversorgung.

So wie sich CDU-Opposition und rot-grüne Koalition vor drei Wochen zum Schulbeginn in Nordrhein-Westfalen beharkten, so taten das gestern in derselben Konstellation aus demselben Anlass die Kontrahenten in Rheinland-Pfalz. Das zeigt: Die schulpolitischen Themen sind weitgehend die gleichen. Einen großen Unterschied aber gibt es: Während man sich in NRW viele Gedanken macht, ob man das achtjährige Gymnasium reformieren oder doch wieder abschaffen will, dürften die allermeisten Politiker zwischen Ahr und Pfälzer Wald froh sein, dass sie beim gut achteinhalbjährigen Weg zum Abitur geblieben sind und nur dort G8 erlaubt haben, wo eine echte Ganztagsschule möglich ist.

Gewiss ist in Rheinland-Pfalz aber noch etwas: Je näher die nächste Landtagswahl kommt (vermutlich im März 2016), desto hitziger werden auch die Debatten um Inklusion, Lehrerversorgung oder Unterrichtsausfall. Bisher hat Oppositionschefin Julia Klöckner kein Thema gefunden, mit dem sie Landesmutter Malu Dreyer aus der Reserve locken könnte. Schulthemen dürften dafür recht populär sein, schließlich war jeder Wähler mal in der Schule.