Kommentar Schulvergleich - Fördern und fortbilden

Die Schüler in Nordrhein-Westfalen müssen sich wohl darauf einstellen, dass ihre Lehrer in Mathematik und den naturwissenschaftlichen Fächern die Zügel anziehen werden. Das bedeutet: Es wird mehr Stoff in der gleichen Unterrichtszeit gepaukt werden müssen, und dazu wird es mehr Hausaufgaben geben.

Doch das allein kann nicht die Konsequenz aus dem schwachen Abschneiden der Jungen und Mädchen aus NRW beim jüngsten Schulvergleichstest sein. Differenzierung ist nötig.

Ein Ergebnis des Vergleichs ist, dass jene Bundesländer in den unteren Tabellenregionen rangieren, in denen viele Jugendliche mit ausländischen Wurzeln leben, also die Stadtstaaten und auch Nordrhein-Westfalen. Daran zeigt sich wieder einmal, dass der Bildungserfolg in Deutschland weiterhin in hohem Maße von der sozialen Herkunft abhängig ist.

Ein anderes Resultat ist, dass die neuen Länder auch deshalb oben stehen, weil sie immer noch von der DDR-Tradition profitieren. Mathematik und Naturwissenschaften waren im ostdeutschen Staat hoch angesehen. Man legte viel Wert auf eine praxisnahe Ausbildung. Viele der damals in die Schulen gekommenen Pädagogen arbeiten weiterhin dort.

Das zeigt: Wer sein Bundesland nach vorn bringen will, muss sich um eine bessere Förderung jener Schüler kümmern, die es schwerer haben als andere, und er muss für eine gute Aus- und Fortbildung der Lehrer sorgen. Beides kann dann auch zu einer höheren Motivation der Schüler beitragen. Ohne die Bereitschaft, gute Leistungen bringen zu wollen, geht es schließlich auch nicht.

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