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Kommentar zu Corona-Tests für Reiserückkehrer: Solidarität ist gefragt

Kommentar zu Corona-Tests für Reiserückkehrer : Solidarität ist gefragt

An manchen Flughäfen ist er bereits möglich: Ein Test auf das Coronavirus bei der Heimkehr aus dem Urlaub Jetzt wird über verpflichtende Tests bei Rückkehrern aus Risikogebieten im Ausland nachgedacht. Es ist nun höchste Zeit, mehr als bisher zur Eindämmung des Virus zu tun, kommentiert GA-Redakteur Bernd Eyermann.

Als in Hamburg die Winterferien zu Ende gingen, hatten viele Österreich- oder Italien-Urlauber das Coronavirus im Gepäck – und verbreiteten es munter in der Hansestadt und drumherum. Dies allerdings dürfte nur ein Vorgeschmack gewesen sein auf das, was in den nächsten Wochen auf uns zukommt. Denn das Virus ist immer noch da und wird wohl mit zahlreichen Rückkehrern nach Deutschland kommen und für steigende Infektionszahlen sorgen. Die ersten Anzeichen dafür gibt es schon.

Klar, inzwischen kennt nahezu jeder die Abstands- sowie Hygie­neregeln – und weiß, wie er sich und andere schützen kann. Andererseits hat sich zuletzt eine gewisse Sorglosigkeit breit gemacht, was wiederum eine gute Voraussetzung für die Verbreitung des Virus ist. Gerade im Urlaub vergisst man die Sorgen des Alltags ja gern.

Es ist nun höchste Zeit, mehr als bisher zur Eindämmung des Virus zu tun, damit die heraufziehende zweite Welle möglichst niedrig ausfällt. Insofern ist es richtig, dass die Gesundheitsminister von Bund und Ländern am Freitag vereinbart haben, an jenen Flughäfen, wo es sie bisher noch nicht gibt, Corona-Teststellen einzurichten. Doch ein Test ist immer nur eine Momentaufnahme. Deshalb ist es auch richtig, dass für Rückkehrer aus Risikogebieten eine zweiwöchige Quarantäne zwingend vorgeschrieben bleibt.

Viel schwieriger, als Menschen an den Flughäfen darauf hinzuweisen sich testen zu lassen, ist Selbiges bei Rückkehrern per Auto oder Bahn. Die Bundespolizei kann nun wirklich nicht überall sein, um Kontrollen durchzuführen und auf Tests und Quarantäne aufmerksam zu machen. Letztlich kommt es nun wiederum auf jeden Einzelnen an, sich verantwortungsvoll zu verhalten. Es geht dabei um die Solidarität gegenüber der gesamten Gesellschaft.