Kommentar Sparbeschlüsse der rheinischen Kirche - Die Richtung stimmt

Verwundert reibt man sich die Augen: Mehr als 632 Millionen Euro Kirchensteuereinnahmen 2015 und trotzdem soll gespart werden, "dass es quietscht". Bis 2018 sollen weitere elf bis zwölf Millionen Euro im Etat des Landeskirchenamtes eingespart werden. Langfristig ist das auch vernünftig, denn die Mitgliederzahlen sinken weiter (durch Austritte und demografische Entwicklung) und niemand kann sagen, wie viel Geld der noch 2,7 Millionen Mitglieder zählenden zweitgrößten deutschen Landeskirche in zehn oder zwanzig Jahren zur Verfügung stehen.

Das Sparprogramm, über das die Landessynode im Januar in Bad Neuenahr entscheiden muss, wird nicht mit der Brechstange durchgesetzt. Vielmehr hat sich die Kirchenleitung unter Präses Manfred Rekowski kräftezehrend in vielen Gesprächen der Basis gestellt und den zuständigen Synodalausschüssen Rechenschaft abgelegt.

Zahlreiche Änderungen sind vorgenommen worden. Das betrifft sowohl die kirchlichen Schulen als auch das "Haus der Stille", das man nun doch retten will. Und auch die Kirchliche Hochschule bleibt wohl nach Lage der Dingeerhalten. Zugleich will man finanzielle Freiräume für konkrete Hilfe in Notfällen schaffen - für Flüchtlinge, Flutopfer, Hungerkatastrophen.

Die rheinische Kirche bleibt also auch in Zukunft im Bonhoefferschen Sinne eine "Kirche für andere" und zugleich eine Kirche, die im Dorf bleibt und dem Leitthema ihrer Landessynode 2015 "Wie Gott zur Welt kommt" gerecht werden will.