Kommentar Streit zwischen Japan und China - Gefährliche Eskalation

Wer hätte das vor kurzem noch gedacht: Aber im Streit um ein paar läppische Inseln im Ostasiatischen Meer haben sowohl Chinas Führung als auch die von Japan verbal dermaßen aufgerüstet, dass wirklich zu befürchten ist: Es gibt für sie kein zurück mehr.

Zwischen dem hoch industrialisierten Inselreich und der Volksrepublik, die in den vergangenen drei Jahrzehnten trotz Einparteiendiktatur ja nicht nur ökonomisch, sondern auch gesellschaftlich durchaus mächtig Fortschritte gemacht hat, droht tatsächlich Krieg.

Zwar schwelt dieser Streit um die Senkaku/Diaoyu-Inseln schon lange. Doch noch nie seit dem Ende des Zweiten Weltkriegs fühlte sich China so stark wie heute und waren zugleich auch die antijapanischen Proteste in China so groß wie derzeit.

Und auch auf japanischer Seite scheinen gerade gefährliche Nationalisten am lautesten zu schreien. Beschwichtigende Worte in den eigenen Reihen finden in beiden Ländern kaum Gehör.

So unverständlich die heftige Auseinandersetzung um diese unbewohnten Felsbrocken aus der Ferne erscheinen mag: Liefert sich die zweitgrößte mit der drittgrößten Volkswirtschaft dieser Welt einen militärischen Schlagabtausch, wird das Folgen haben, die bis in die USA und nach Europa reichen - ökonomisch wie politisch.

Die USA haben sich eingeschaltet und mahnen zur Zurückhaltung. Aber aus chinesischer Sicht gelten die US-Amerikaner mit ihrem transpazifischen Hegemonialstreben inzwischen als zu belastet. Das Vermittlungsgeschick der Europäer ist gefragt.

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