Stresstest der Banken: Aus dem Teufelskreis

Die ausufernden Staatsschulden und die Bankenkrise bilden einen Teufelskreis. Das System steuert im Grunde seit der Subprime-Krise im Frühjahr 2007, ausgehend von maroden Immobilienkrediten in den USA, in Richtung Abgrund.

Seinerzeit mussten die Staaten mit Multimilliarden die, wie es so schön heißt, systemrelevanten Institute stützen. Ergebnis: Die Staatsschulen, ohnehin damals in vielen Ländern schon über dem Limit, stiegen stark an.

Doch Hauptgläubiger dieser Schulden sind nun ausgerechnet wieder - die Banken. Drohende Zahlungsausfälle wegen maroder Staatsanleihen belasten jetzt deren Bilanzen mit Multimilliarden. Müssen die Staaten erneut Institute stützen, schlägt sich das wieder in höherer Staatsverschuldung nieder. So nährt sich die Krise selbst.

Bei den deutschen Instituten geht es um einen Kapitalbedarf in Höhe eines niedrigen zweistelligen Milliardenbetrags. Das ist viel Geld, aber nicht so viel, dass es nicht verkraftbar wäre. Entscheidend ist, dass den Banken genügend Zeit gegeben wird, um die Verluste zu verdauen, die Lücken wieder aufzufüllen.

Die Zentralbanken ziehen im Moment alle Register, um das Bankensystem zu stabilisieren. Sie bieten dazu billiges Geld in Hülle und Fülle. Die europäischen Politiker haben sich auch darauf geeinigt, der Branche zunächst keine Daumenschrauben anzulegen.

Der Kurs ist richtig, denn auf den Finanzmärkten muss sich erst wieder Vertrauen bilden. Die Krise zeigt aber auch, wie brandgefährlich das bisherige System ist. Einschneidende Reformen müssen zwingend folgen.

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