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Kommentar: Syrienflüchtlinge in NRW - An der Seite der Opfer

Kommentar : Syrienflüchtlinge in NRW - An der Seite der Opfer

Der syrische Bürgerkrieg lässt Millionen traumatisierte Opfer zurück. Dass Deutschland bislang nur 5000 Menschen Zuflucht bieten will, ist angesichts der dramatischen Gefahren in Syrien nicht human. Der Vorstoß, das Kontingent deutlich aufzustocken, ist ein Akt der Notwendigkeit, um das Leben ganzer Familien zu retten.

Weil die Asylbewerberzahlen im ersten Halbjahr 2013 um mehr als 80 Prozent gegenüber 2012 gestiegen sind, sind die Aufnahmeeinrichtungen schon jetzt überfüllt. Zwar haben Armutsflüchtlinge vom Balkan faktisch keine Chance auf Asyl, eine kurzfristige Abschiebung in die Heimatländer scheidet aber allein wegen der Winterkälte aus.

Die Folge: Den Städten fehlt der Platz zur Unterbringungen weiterer Kriegsflüchtlinge. Da kommt das Angebot syrischer Familien in NRW, ihre bedrohten Angehörigen auf eigene Kosten zu versorgen, gerade recht. Auch wenn der Gleichbehandlungsgrundsatz verletzt wird, finden zumindest Syrer mit Verwandtschaft in NRW in größter Not eine Anlaufstelle. Dass die Familien die Kosten selbst tragen, ist ein Signal für den Ernst der Lage.

Auch die zusätzlichen Tausend Plätze für "Selbsteinreisende" sind nicht die Lösung, aber sie sind für Einige die Rettung. Die Innenminister müssen für Kriegsopfer zusätzliche Aufnahme-Kapazitäten bereitstellen. Die täglichen Fernsehbilder lassen nichts Anderes zu. Deutschland muss bei der Aufnahme von Armutsflüchtlingen Grenzen einhalten. Bei der Unterbringung von Kriegsflüchtlingen steht unser Land aber eng an der Seite der Opfer.