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Telekom Baskets Bonn: Kommentar zur Lage nach Sieg gegen MBC

Kommentar zu den Telekom Baskets : Den Charaktertest bestanden

Mit dem Heimsieg über den Mitteldeutschen Basketball Club haben die Telekom Baskets die Negativserie beendet und damit den entscheidenden Charaktertest bestanden, meint GA-Redakteur Gerhard Mertens.

Der Hardtberg hat mächtig gezittert. Im Vorfeld des Bundesliga-Heimspiels am Samstag gegen den Mitteldeutschen BC waren die Telekom Baskets Bonn an einem historischen Tiefpunkt angelangt. Schlusslicht nach acht Spielen, nachdem die Hamburg Towers tags zuvor bei den Löwen Braunschweig gewonnen hatten, – das hatte es in der Bundesliga-Geschichte der Bonner bis dahin noch nie gegeben. Nur ein einziges Mal hatten sie zuvor die rote Laterne getragen. Das war in der Saison 2005/2006, aber das auch nur, weil das erste Saisonspiel hoch verloren worden war.

Diesmal war die Lage ernst, verdammt ernst. Eine Niederlage gegen den MBC hätte aus dem Zittern ein Erdbeben werden lassen können. Ein Abstiegsszenario gehört bei den Baskets, für die das Erreichen der Playoffs die sportliche Messlatte ist, nicht zum Drehbuch. Nicht auszuschließen, das Rollen neu besetzt worden wären. Es brauchte im Kellerduell gegen den ostdeutschen Abstiegskandidaten eine überzeugende Vorstellung und einen Sieg, um das zu verhindern.

Diesen Charaktertest hat die Mannschaft von Trainer Thomas Päch bestanden. Spieler wie TJ DiLeo, Branden Frazier, Martin Breunig und vor allem Yorman Polas Bartolo haben in dieser schwierigen Situation die Verantwortung übernommen und die Mitspieler mitgerissen. Dass es wackelige Phasen gab, war unter dem hohen psychischen Druck nur zu verständlich.

Bleibt zu hoffen, dass der Erfolg einen Wendepunkt darstellt. Legen die Baskets in den beiden nächsten Kellerduellen bei der BG Göttingen und zu Hause gegen Hamburg nach, könnte es dem Team das nötige Selbstvertrauen für die folgende Auswärtsserie in Würzburg, Ulm und Gießen einimpfen. Vom Erreichen der Playoffs redet zwar in Bonn derzeit keiner mehr, aber was möglich ist, zeigten die Baskets in der Saison 2012/2013, als sie nach Weihnachten auf Rang 15 standen, später aber doch noch in die Playoffs einzogen.