Kommentar Telekom streicht Stellen - Sparen reicht nicht

Niemand verliert gerne seinen Arbeitsplatz. Die erneuten Stellenstreichungen bei der Telekom sind für die betroffenen Mitarbeiter in vielen Fällen ein herber Verlust. Wie schon beim Umbauprogramm der Konzernzentrale steht auch bei den erneuten Kürzungen der Standort Bonn besonders im Fokus.

Trotzdem: Die Stellenstreichungen sind - etwa im Vergleich zu den drohenden Massenentlastungen bei Automobilherstellern - keine Katastrophe. Betriebsbedingte Kündigungen wie in anderen Branchen gibt es bei dem Bonner Konzern traditionell kaum, stattdessen Abfindungen, Vorruhestandsregelungen und Auffanggesellschaften - der Staat als Miteigentümer lässt grüßen.

Zum anderen passt der Umbau in die richtige Strategie der Telekom, außerhalb des operativen Geschäfts zu sparen und dafür in den Ausbau neuer Technologien zu investieren. Dafür mussten die Aktionäre einen deutlichen Dividendenschnitt in Kauf nehmen, jetzt werden von den Beschäftigten Opfer eingefordert. Dem Bonner Konzern bleibt keine andere Wahl: Umsatzrückgänge beim Festnetz und ein starker Preisdruck zwingen das Unternehmen dazu, neue Geschäftsfelder zu besetzen.

Telekom-Chef René Obermann und sein designierter Nachfolger Timotheus Höttges stehen unter Druck, bald Erfolge ihres Kurses zu präsentieren. Denn Sparen allein reicht nicht. Das Geld darf nicht in der Bilanz versickern, sondern muss - wie angekündigt - in die Zukunft des Konzerns investiert werden.

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