Kommentar zur Meisterpflicht Unliebsame Konkurrenz

Meinung | Berlin · Die Rückkehr zum Meisterzwang trägt nicht dazu bei, das Problem fehlender Handwerksangebote zu lösen. Im Gegenteil: Die Verbraucher werden sich bald mit steigenden Preisen konfrontiert sehen, kommentiert der Autor.

 Ein Fliesenleger bei seiner Arbeit.

Ein Fliesenleger bei seiner Arbeit.

Foto: dpa/Martin Schutt

Union und SPD haben dem Lobby-Druck des Handwerks nachgegeben. Nun sollen Fliesenleger, Orgelbauer oder Drechsler wieder einen Meisterbrief vorweisen müssen, wenn sie sich selbstständig machen wollen. Damit werden Firmengründungen künftig verhindert. Etablierte Handwerksbetriebe schützen sich vor unliebsamer Konkurrenz, die in den letzten Jahren gerade bei einfacheren baulichen Tätigkeiten sehr viel intensiver geworden war.

Die Niederlassungsfreiheit in der EU, die Öffnung des deutschen Arbeitsmarkts für Newcomer von außen erhöhten den Wettbewerbsdruck in vielen Branchen. Politik und Handwerk begründen die Rückkehr zur Meisterpflicht mit der Qualitätssicherung und mehr Verbraucherschutz. Massive Beschwerden über die Qualität der Arbeit von Fliesenlegern oder Orgelbauern sind in der Öffentlichkeit in den vergangenen Jahren nicht bekannt geworden.

Was das Handwerk in Wahrheit schwächt, ist der Fachkräftemangel. Die Rückkehr zum Meisterzwang trägt nicht dazu bei, das Problem fehlender Handwerksangebote zu lösen. Im Gegenteil: Die Verbraucher werden sich bald mit steigenden Preisen konfrontiert sehen.

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