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Kommentar: Verkehrspolitik in der Region - Zurück auf Anfang

Kommentar : Verkehrspolitik in der Region - Zurück auf Anfang

Genau zur richtigen Zeit setzt der Bund die Südtangente wieder auf die Tagesordnung. Mit den am Montag beginnenden Bauarbeiten an der Südbrücke droht die Region wieder einmal im Stau zu versinken. Ganz zu schweigen von dem im Sommer bevorstehenden Verkehrskollaps wegen der geplanten Sanierung der Nordbrücke.

Schon ohne jede Behinderung stehen die Autos dort oft genug dicht an dicht. Jede zusätzliche Beeinträchtigung macht überdeutlich, dass die Verkehrswege nicht ausreichen, um den Verkehr aufzunehmen.

Nun setzt der Bund die Jahrzehnte währende Diskussion über eine durchgehende Autobahnverbindung zwischen A565 im Westen und der A3 im Osten zurück auf Anfang. Eine Diskussion, die beendet zu sein schien, als die Südtangente im Jahr 2004 auf Bonner Betreiben aus dem vordringlichen Bedarf gestrichen wurde.

Aber weit gefehlt: Bei den Befürwortern im Rhein-Sieg-Kreis und bei der IHK dürften gestern angesichts der Entscheidung des Bundes, Unterlagen zur Südtangente und zur Ortsumgehung für den verkehrsgeplagten Hennefer Ortsteil Uckerath nachzufordern, die Korken geknallt haben.

Doch Schadenfreude darüber, dass sich der Bund damit über die Entscheidung des Landes NRW hinwegsetzt, das beide Projekte nicht berücksichtigt hatte, ist fehl am Platz. Gegner wie Befürworter sollten die Chance nutzen, gemeinsam und ohne ideologische Scheuklappen nach Lösungen zu suchen, die dazu beitragen, dass Bonn und die Region mobil sind und bleiben. Ob im Auto oder mit dem öffentlichen Nahverkehr.