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Kommentar zum Nahversorgungszentrum Sinzig: Vertane Chance

Kommentar zum Nahversorgungszentrum Sinzig : Vertane Chance

Ein fünfjähriges Verfahren endet mit dem Ergebnis, dass es kein Nahversorgungszentrum auf dem Sinziger Rick-Gelände gibt. Das bedeutet: Eine Chance ist vertan. Mal wieder.

Mehrheitsentscheidungen sind zu respektieren. Wenn der Sinziger Stadtrat nun beschlossen hat, das Planverfahren zum Bau eines Nahversorgungszentrums nicht weiterzuverzuverfolgen, dann soll es halt so sein. Einkaufen kann man bekanntlich auch woanders.

Allerdings hätte man sich im Vorfeld gewünscht, dass man im Rathaus neben plötzlich hervorgezauberten, inhaltlich durchaus fragwürdigen und dem Einzelhandelsgutachten widersprechenden „Expertisen“ die eigene Abteilung „Wirtschaftsförderung“ einmal prüfen lässt, welche Auswirkungen ein solcher Beschluss denn hat. Im gesamten fünfjährigen Verfahren hat man von dieser Abteilung in dieser für die Innenstadtentwicklung so wichtigen Frage nichts gehört. Noch schlimmer: Es scheint auch keiner nach einer Stellungnahme gefragt zu haben. Kaum eine Stadt dieser Größenordnung in der Region hat ein so geringes Aufkommen an Gewerbesteuern. Da ist man auf dem Weg zur Roten Laterne in der Region, bei den Schulden hingegen befindet man sich auf einer Autobahn in Richtung unangefochtener Spitzenplatz.

Ob auf der Industriebrache nun irgendwann eine Wohnbebauung unter Strommasten entsteht und so wenigstens der Anteil an der Einkommensteuer steigt, steht in den Sternen. Wie es auch keine verlässliche Antwort auf die Frage gibt, ob Edeka und Aldi nun in der Stadt bleiben werden. Das zwei Hektar große Rick-Gelände gehört nicht der Stadt, weil sie schon vor Jahren versäumt hat, es zu kaufen. Es bleibt abzuwarten, was der Eigentümer nun damit vorhat. Im Zweifel bleibt alles so wie es ist. Das Ergebnis des fünfjährigen Verfahrens: Chance in Sinzig vertan. Mal wieder.