Kommentar : Verwundbar

Die beiden wichtigsten Wirtschaftsnachrichten des gestrigen Tages waren: Die Wirtschaftsleistung des Landes schrumpft leicht. Und der Schuldenstand des Staates geht leicht zurück.

Die eine, vermeintlich negative Botschaft vom kleinen Minus beim BIP sollte nicht zu schwer genommen werden. Der Wert bezieht sich auf das Vorquartal, das wegen seiner milden Witterung überraschend gut abschnitt. Da ist die kleine Delle jetzt nicht tragisch. Zumal die konjunkturellen Aussichten bis Ende des Jahres gut bleiben und alle Experten bisher noch davon ausgehen, dass 2014 mit einem ansehnlichen Wachstum um 1,7 Prozent in die Geschichtsbücher eingehen wird.

Die andere, vermeintlich positive Botschaft vom sinkenden Schuldenstand des Staates ist hingegen auch nicht so recht geeignet, Euphorie auszulösen. Tatsache ist, dass die Staatsverschuldung gerade in den Ländern immer noch zu hoch ist. Hinzu kommt: Die Finanzminister in Bund und Ländern sparen nicht. Vielmehr profitieren sie von der guten Wirtschaftslage und den sprudelnden Steuereinnahmen. Sie fahren mit den zusätzlichen Milliarden die Neuverschuldung zurück, gut Haushalten sieht aber anders aus.

Die deutsche Wirtschaft ist in guter Verfassung. Vor allem im Vergleich mit den Nachbarn. Sie ist aber auch verwundbar, weil ihr Erfolg von den Exporten abhängt. Im Hinblick auf wichtige Auslandsmärkte, sei es Russland, Frankreich und Italien, verdüstert sich das Bild aber zusehends.