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Kommentar zur Möbelmesse in Köln: Viele neue Chancen

Kommentar zur Möbelmesse in Köln : Viele neue Chancen

Die deutsche Möbelindustrie will 2020 beim Umsatz wieder zulegen. Dauerhaft wird sich nur der Betrieb behaupten, der das Internet nicht als ungeliebte Konkurrenz empfindet, sondern als wichtigen, zweiten Vertriebsweg, kommentiert unser Autor.

Die Branche ist mittlerweile sturmerprobt, und eine Wetterbesserung ist nicht in Sicht: Die deutschen Möbelhersteller, vor allem jene Betriebe, die noch ganz oder wenigstens teilweise hierzulande produzieren, haben es besonders schwer. Die Konkurrenz aus dem Ausland punktet seit Jahren mit so niedrigen Fertigungskosten, dass sich sogar ein Transport sperriger Güter aus Asien rechnet.

Nicht viel besser sind die Vorzeichen für den Möbelhandel. Die unerbittliche Rabattschlacht hat schon viele Opfer gefordert. Kleine Möbelhäuser müssen aufgeben oder werden von der übermächtigen Konkurrenz geschluckt. So lange dieser Konzentrationsprozess andauert,  dürfen sich die Kunden über Preisnachlässe freuen. Was allerdings schon jetzt auf der Strecke bleibt, ist die Vielfalt. Wer ausgefallenere Möbel sucht, muss tief in die Tasche greifen.

Und dann sind da noch – wie in anderen Branchen auch – die Anbieter im Internet, die dem stationären Handel Marktanteile abringen. Dauerhaft wird sich nur der Betrieb behaupten, der das Internet nicht als ungeliebte Konkurrenz empfindet, sondern als wichtigen, zweiten Vertriebsweg. Außerdem wird es darauf ankommen, ob es den Möbelhäusern noch besser als bisher gelingt, Einkaufen zum Erlebnis zu machen und nicht zur stressigen Notwendigkeit. Der Trend des Möbelhandels rein in die Citys wird den Häusern auf jeden Fall mehr Kunden bescheren, weil für viele, oft jüngere Städter, der oft als lästig empfundene Besuch der Möbelmärkte am Stadtrand entfällt.