Kommentar zum Viktoriakarree in Bonn Bitteres Geschäft für die Stadt

Meinung | Bonn · Der Vertrag zum Verkauf städtischer Grundstücke im Viktoriakarree an das Land ist jetzt offenbar unter Dach und Fach. Es erschließt sich aber nicht, warum der Kommune mit horrenden Strafzahlungen derartig die Daumenschrauben angelegt werden müssen, findet unser Autor.

Auf dem Areal des Viktoriakarrees will das Land NRW für die Bonner Uni das „Forum des Wissens“ errichten.

Auf dem Areal des Viktoriakarrees will das Land NRW für die Bonner Uni das „Forum des Wissens“ errichten.

Foto: Benjamin Westhoff

Schon bitter, was die Stadt in diesem Koppelgeschäft mit dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb alles zu schlucken hat. Wenn das Rücktrittsrecht für den Kauf des Landesbehördenhauses im Sommer 2026 ausläuft, geht es ans Eingemachte. Und für jeden Monat, den sie das vereinbarte Bauzeitfenster überziehen sollte, wären dann 300.000 Euro fällig. Das erinnert beinahe an die wucherische Pfandleiherin Aljona Iwanowna aus Dostojewskis Schuld und Sühne, der Raskolnikov sein Hab und Gut überlässt. Nun muss man fairerweise sagen, dass zwölf Jahre für dieses Großprojekt an der B9 ausreichend sein sollten. Und dennoch: Hier verhandeln eine Stadtverwaltung und eine Landesbaubehörde miteinander, die im Dienste des Steuerzahlers handeln. Es erschließt sich nicht, warum und weshalb das Land meint, der Kommune mit solch horrenden Strafzahlungen derartig die Daumenschrauben anlegen zu müssen. Zumal der Auszug des Bonner Polizeipräsidiums aus dem Landesbehördenhaus mittlerweile 18 Jahre zurückliegt und das Land im Umgang mit dieser Immobilie nicht gerade vor Tatkraft strotzte.