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Kommentar: Volleyball ist wieder in

Kommentar : Volleyball ist wieder in

Es ist gerade mal ein Jahr her, da durchschritten die deutschen Volleyballerinnen ein Tal der Tränen. Eine Niederlage im Qualifikationsspiel gegen Polen bedeutete in Ankara das Aus für Olympia in London. Zwölf Monate und neun Europameisterschaftstage später hat sich der Wind total gedreht. Volleyball ist wieder "en vogue" im Kreis deutscher Ballsportarten.

Rappelvolle Hallen in Halle/Westfalen und Berlin, Hunderttausende begeisterte Fans vor den Bildschirmen und ein ungewöhnlich großes Medienaufkommen - auch wenn das "Projekt Gold" nicht ganz aufgegangen ist, haben die deutschen "Schmetterlinge" sehr viel geleistet für ihren Sport.

Mission Nummer eins sei es gewesen, Volleyball für ein größeres Publikum interessant zu machen, sagte Mittelblockerin Corina Ssuschke-Voigt nach der Finalniederlage gegen Weltmeister Russland. Das ist der Mannschaft durch ihr sympathisches Auftreten, ihren Kampfgeist und leidenschaftliche Auftritte wie im Halbfinale gegen Belgien gelungen, als das Team von Giovanni Guidetti einen 0:2-Satzrückstand mit unbändigem Willen in einen 3:2-Sieg drehte.

Vom großen Zuspruch und dem Medieninteresse zeigte sich Thomas Krohne, der Präsident des Deutschen Volleyball-Verbandes, mehr als angetan. Er plant nun, diesen Schwung - auch in Sachen Öffentlichkeitswirkung - möglichst nachhaltig zu gestalten. Krohne steht nach eigenen Angaben in Kontakt mit mehreren Fernsehsendern, um das öffentliche Interesse an Volleyball weiter zu steigern.

Der DVV-Chef denkt an einen "Super-Sonntag" mit Spielen in mehreren Sportarten wie Handball, Basketball und eben Volleyball, der von einem Sender live übertragen werden könnte. Unverzichtbar dafür ist eines: der Erfolg. In dieser Hinsicht sind die deutschen Volleyball-Frauen auf dem besten Weg.