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Kommentar zur Geberkonferenz der EU: Welt gegen Virus

Kommentar zur Geberkonferenz der EU : Welt gegen Virus

Die EU sammelt Milliarden, um einen Impfstoff gegen das Coronavirus finanzieren zu können. Die gemeinsame Geberkonferenz hat vor allem eines gebracht: Die Verantwortlichen der Länder sind zusammengerückt, kommentiert unser Autor.

Es war der tiefe Schock, dass das für völlig undenkbar Gehaltene nicht nur möglich, sondern auch nötig wurde, was der Politik ihre sonst üblichen Rituale entriss. Nahezu jeder Staats- oder Regierungschef, der am Montag bei der Geberkonferenz das Hohe Lied auf die globale Zusammenarbeit sang, hatte am Anfang der Coronavirus-Krise reagiert, wie es eigentlich längst als überwunden galt: Grenzen schließen, protektionistische Abschottung, Einigeln und alle Reserven horten. Doch nun hat eine neue Phase begonnen.

Die Geberkonferenz hat neben viel Geld für Forschung, Entwicklung und Produktion vor allem eines gebracht: Die Verantwortlichen der Länder sind zusammengerückt und haben signalisiert, dass der Weg aus dem Stillstand nur gemeinsam zu schaffen ist.

Dabei wäre es viel zu früh, wollte man von einem Aufbruch sprechen. Ja, es ist beeindruckend, wie viele Forscher an geeigneten Präparaten zur Behandlung und zur Prävention arbeiten. Aber wer nach Anzeichen für einen schnellen Durchbruch sucht, bleibt auf der Strecke.

Es gibt vielversprechende Ansätze, sogar Hoffnung und vor allem Indizien dafür, dass ein geeigneter Impfstoff am Ende nicht zum großen Marktschlager nur eines Konzerns und zur Hilfe für lediglich eine Nation wird, sondern dass auch die Industrie zusammenarbeiten und vor allem weltweit ein solches Gegenmittel produzieren wird, um es allen zu verabreichen – auch jenen, die es nicht bezahlen können. Aber wer glaubt, er könne seine Schwierigkeiten für sich alleine überwinden, irrt. Immunität, und damit ein Schutz vor dem Virus, ist erst dann erreicht, wenn alle geimpft sind. Wer sich dieser solidarischen Seite der Globalisierung verweigert, bezahlt eine höhere Zeche.