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Kommentar zum Coronavirus: Wirtschaftsgut Gesundheit

Kommentar zum Coronavirus : Wirtschaftsgut Gesundheit

Der Schutz vor Krankheit ist ein wertvolles Gut. Die Behörden sollten ruhig noch mehr investieren, um auf die nächste Seuche besser vorbereitet zu sein, meint unser Autor.

Die wirtschaftlichen Folgen der neuen Lungenkrankheit Covid-19 werden vermutlich größer sein als bisher angenommen. Die Behörden weiterer Länder werden betroffene Regionen abriegeln müssen. Auch die Krise in China, einem weltweiten wirtschaftlichen Taktgeber, wird sich hinziehen. Klar ist: Auf die Weltwirtschaft kommt in diesem Jahr eine zusätzliche Belastung zu.

 Der derzeitige Stand der Verbreitung bis nach Italien und Österreich lässt vermuten, dass die Infektion sich auch in Deutschland weiter ausbreiten wird. Dann stehen auch uns heftige Maßnahmen bevor, um die Ansteckungsketten an möglichst vielen Stellen zu unterbrechen. Denn die gewonnene Zeit rettet Leben. Sie entzerrt die Überlagerung mit der laufenden Grippewelle. Außerdem besteht die Hoffnung, dass das Virus sich im Sommerwetter nur schlecht verbreitet. Außerdem könnte es mit Glück im kommenden Winter einen Impfstoff geben. Für diese Vorteile lohnt es, wirtschaftliche Schäden in Kauf zu nehmen.

 Der Personenverkehr würde dann weiter eingeschränkt, Messen und Konferenzen fallen aus, Belegschaften müssen zuhause bleiben. Unsere Zivilisation kann hier ihre Fähigkeit zeigen, mit einer einmal erkannten globalen Gefahr umzugehen. Sie kann in einer solchen Situation ihre enormen Ressourcen sinnvoll nutzen: Auch Produktionsausfall und Quarantäne führen nicht zu einer essenziellen Knappheit an Gütern. Zugleich ist auch der Schutz vor Krankheit ein wertvolles Gut. Die Behörden sollten ruhig noch mehr investieren, um auf die nächste Seuche besser vorbereitet zu sein.