Kommentar zu den Ermittlungen gegen Ex-Landrat Pföhler Die Chance, Versäumnisse aufzuklären, ist vertan

Meinung | Bonn · Die Staatsanwaltschaft Koblenz hat die Ermittlungen gegen den ehemaligen Ahr-Landrat Jürgen Pföhler (CDU) zur tödlichen Flutkatastrophe im Ahrtal 2021 eingestellt. Die Chance, Versäumnisse aufzuklären, ist damit vertan.

 Fast drei Jahre nach der Flut sind die Schäden noch immer sichtbar. Das Kurhaus in Bad Neuenahr ist noch immer schwer beschädigt.

Fast drei Jahre nach der Flut sind die Schäden noch immer sichtbar. Das Kurhaus in Bad Neuenahr ist noch immer schwer beschädigt.

Foto: dpa/Thomas Frey

Schluss. Aus. Das juristische Nachspiel zur Flutkatastrophe im Ahrtal endet, bevor es überhaupt angepfiffen wurde. Denn die Staatsanwaltschaft Koblenz verzichtet darauf, Anklage gegen den für die verheerenden Auswirkungen der Katastrophe politisch Hauptverantwortlichen zu erheben: Ex-Ahr-Landrat Jürgen Pföhler (CDU). Ob sein schlicht planloses Auftreten während der Flut direkt für den Tod von Menschen – insgesamt kamen mindestens 135 Menschen in den Wassermassen ums Leben – ursächlich war, mag sich nicht zweifelsfrei nachweisen lassen und der Verzicht auf eine Anklage wegen fahrlässiger Tötung damit rechtlich begründbar sein. Nichtsdestotrotz bleibt ein bitterer Beigeschmack. Allen voran bei den Hinterbliebenen der Todesopfer, den Hunderten Verletzten und den Tausenden weiteren Betroffenen an der Ahr, die die Ereignisse in der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 ein Leben lang beschäftigen werden.