Betriebssystem Google: Neuer Diebstahlschutz für Android-Smartphones

Mountain View · Dieben von Smartphones geht es nicht nur um das Gerät an sich. Sie wollen an die Daten ihrer Opfer herankommen. Google zieht nun mehrere Sicherheitsmauern gegen diese Missbrauchsoption ein.

Das Maskottchen von Googles Mobil-Betriebssystem Android (Symbolbild).

Das Maskottchen von Googles Mobil-Betriebssystem Android (Symbolbild).

Foto: Andrej Sokolow/dpa

Smartphones mit dem Google-Betriebssystem Android können künftig mithilfe Künstlicher Intelligenz erkennen, wenn ein Dieb dem Besitzer das Telefon aus der Hand reißt und sich fluchtartig vom Tatort entfernt. Wenn die KI eine übliche Bewegung, die mit einem Diebstahl in Verbindung gebracht wird, erkenne, werde das Display des Telefons sofort gesperrt, kündigte Google auf der Entwicklerkonferenz I/O in Mountain View an.

Google reagiert damit auf zahlreiche Vorfälle, bei denen es Dieben nicht nur gelungen war, beispielsweise von einem fahrenden Motorrad aus ahnungslosen Passanten ihr Smartphone aus der Hand zu reißen, sondern unmittelbar nach dem Raub mit dem entsperrten Gerät ihre Opfer weiter zu schädigen. So wurden oft die mit dem Smartphone verknüpften Online-Bankkonten geplündert. Die von der KI aktivierte Bildschirmsperre hindert künftig Diebe daran, einfach auf die Daten zuzugreifen.

Schutzmauer gegen Weiterverkauf von gestohlenen Smartphones

Google zieht aber auch eine weitere Schutzmauer ein, die Kriminellen den Weiterverkauf eines gestohlenen Android-Smartphones erschweren soll. Wenn ein Dieb ein gestohlenes Gerät zurücksetze, könne er es nicht mehr einrichten, ohne die Geräte- oder Google-Kontodaten zu kennen. „Dadurch wird ein gestohlenes Gerät unverkäuflich, was die Anreize für Telefondiebstahl verringert“, erklärte Google.

Im Januar hatte Google-Konkurrent Apple einen ähnlich funktionierenden Diebstahlschutz für das iPhone noch einmal ausgebaut und mit dem Betriebssystem iOS 17.3 ein Entsperren durch Diebe quasi unmöglich gemacht. Hier zieht Google nun nach: Für den Fall, dass der Sperrcode von dem Dieb ausgespäht werden konnte, kann Android eine Änderung der PIN oder eine Deaktivierung des Diebstahlschutzes unterbinden, wenn diese von einem nicht vertrauenswürdigen Ort (etwa Zuhause oder Arbeitsstelle) aus erfolgt. In diesem Fall muss eine Änderung wichtiger Konten- und Geräteeinstellungen mit einem biometrischen Merkmal (Fingerabdruck oder Gesichtssan) bestätigt werden.

Separater Bereich für sensible Daten

Zusätzlich ermöglicht es Android außerdem, für sensible Daten einen separaten Bereich auf dem Smartphone einzurichten, diesen zu verstecken und mit einer separaten PIN zu sperren. Damit könne man etwa Apps mit Gesundheits- oder Finanzinformationen zusätzlich schützen.

Die meisten der vorgestellten Diebstahlschutzfunktionen werden im Laufe des Jahres über die Google-Play-Dienste auf Smartphones mit Android 10 oder neuer aktiviert. Android 10 ist seit 2019 im Markt. Einige Funktionen wie der Schutz beim Zurücksetzen auf die Werkseinstellungen und der private Speicherplatz setzen Android 15 voraus, das noch in diesem Jahr vorgestellt wird.

© dpa-infocom, dpa:240515-99-46341/2

(dpa)
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