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Gar nicht mal "so süß": Kettenbrief auf WhatsApp führt zu Abo-Fallen

Gar nicht mal "so süß" : Kettenbrief auf WhatsApp führt zu Abo-Fallen

Ein aktuell kursierender Kettenbrief auf WhatsApp verspricht neue romantische Emoticons, führt aber auf Dating-Portale und Casino-Seiten und legt im schlimmsten Fall das Smartphone lahm.

Die SMS führt langsam aber sicher ein Schattendasein, Nachrichten werden mittlerweile über Messenger ausgetauscht. Und da ist WhatsApp mit einem Marktanteil jenseits von 60 Prozent eindeutig der Platzhirsch. Von 35 Millionen aktiven Nutzern allein in Deutschland ist die Rede.

Damit ist der Dienst aber automatisch auch für Online-Betrüger höchst interessant. Beispiele gab es in der Vergangenheit bereits genug, zuletzt in Form eines vermeintlichen Supermarkt-Gutscheins.

In dem aktuellen Fall wird als Objekt der Begierde ein zusätzlicher Satz Emojis für den Messenger angepriesen. Ein Köder, dem offenbar viele Nutzer nicht widerstehen können. Die Masche, mit der die Opfer dabei reingelegt werden, kann durchaus als perfide bezeichnet werden. So funktioniert sie:

Nutzer erhalten von einem bekannten Kontakt eine zweizeilige Nachricht, die lediglich aus den Wörtern "so süß" mit zwei verliebt schauenden Smileys und einem Kurzlink besteht. Der Link führt auf eine mobile Webseite, auf der dem Nutzer neue romantische Emoticons versprochen werden. Um diese zu erhalten, muss er die Nachricht allerdings zunächst an zehn seiner Kontakte oder drei Gruppen weiterleiten.

Die Emoticons erhält er nie, aber auf diese Weise wird der Kettenbrief weiterverbreitet, bevor der Nutzer die Möglichkeit hat, dies festzustellen. Noch dazu erhalten die Opfer die Nachrichten von ihren Freunden, also aus vermeintlich zuverlässigen Quellen.

Wohin der Smartphone-Browser anschließend weitergeleitet wird, scheint stark zu variieren. Portale wie mimikama.at und onlinewarnungen.de berichten von Online-Casinos und Sexseiten, wo Abo-Fallen lauern, bis hin zum berüchtigten, sogenannten "BKA-Trojaner", der das Smartphone unbenutzbar macht und dazu auffordert, ein "Bußgeld" in Höhe von 200 Euro zu überweisen.

In jedem Fall lautet die Empfehlung: Bezahlen sie Nichts! Sind Sie in eine Abo-Falle getappt, sichern Sie so viele Beweise wie möglich und wenden sie sich an die örtliche Verbraucherberatung.

Wenn ihr Browser durch die vermeintliche Warnung des Bundeskriminalamtes gesperrt sein sollte, kann folgendes Vorgehen helfen: Schalten Sie ihr Smartphone in den Flugmodus. Löschen Sie unter Einstellungen den Verlauf und die Webseitendaten ihres Browsers und schalten danach den Flugmodus wieder aus.

Generell sollten Sie ihre Kontakte informieren, damit die Kette unterbrochen wird.