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Jubiläumsjahr: 27 Millionen Euro für Beethoven 2020

Jubiläumsjahr : 27 Millionen Euro für Beethoven 2020

Die Planungen für Beethoven 2020 stehen auf einem sicheren finanziellen Fundament. Die vom Haushaltsausschuss des Bundestages bewilligte Summe für das Beethoven-Jubiläum fließt zum größten Teil in die Geburtsstadt des Komponisten.

Malte Boecker, der Direktor des Beethoven-Hauses, ist eigentlich kein Mann der Emotionen. Aber als am Donnerstagnachmittag mitten in einer Besprechung in Bonn sein Handy klingelt, kommt der Kulturmanager mit einem erleichterten Lächeln zurück an den Konferenztisch. Die erlösende Nachricht aus Berlin ist da: 27 Millionen Euro bewilligt der Haushaltsausschuss des Bundestages für das Beethoven-Jubiläum im Jahr 2020, eine Summe, die zum größten Teil in die Geburtsstadt des Komponisten fließen wird.

„Damit haben wir eine Größenordnung erreicht, die uns in die Liga großer Musikfestivals bringt“, sagt Boecker. „Mit der Chance, überregional durchzudringen.“

Die Entscheidung des Haushaltsausschusses ist auf Grundlage eines Konzepts von Staatsministerin Monika Grütters gefallen, der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien. Es beruht auf drei Säulen: 15 Millionen Euro sollen die Arbeit der Beethoven Jubiläums GmbH in Bonn unterstützen, die in den Jahren 2017 bis 2020 ein mit zahlreichen Akteuren abgestimmtes und zeitgemäßes Programm koordinieren und fördern soll. Die Gesellschaft unter dem Dach der Beethoven-Stiftung wird neben dem Bund und der Stadt vom Land und dem Rhein-Sieg-Kreis getragen. Die Stadt schickt mehrere Mitarbeiter in die GmbH und stellt 3,5 Millionen Euro in Aussicht. Der Beitrag der anderen Partner ist noch undefiniert.

Zweite Säule der Bundesförderung: Sechs Millionen Euro gehen an Bundesinstitutionen wie die Bundeskunsthalle, das Haus der Geschichte und den Deutschen Musikrat für eigene Beethoven-Projekte. Und drittens: Weitere sechs Millionen Euro sollen bundesweit für freie Träger zur Verfügung gestellt werden.

Die Bonner Akteure jubeln. „Die Entscheidung würdigt, dass die Bonner Kultureinrichtungen, besonders die neue Jubiläums GmbH, bereits konkrete Planungen verfolgen, die Unterstützung verdienen, um überregional ausstrahlen zu können“, betont Oberbürgermeister Ashok Sridharan. Er dankt neben Grütters und den Bonner Bundestagsabgeordneten besonders den zuständigen Berichterstattern der Großen Koalition im Haushaltsausschuss, Johannes Kahrs (SPD) und Rüdiger Kruse (CDU). Und vergisst auch Helmut Andreas Hartwig nicht, den umtriebigen Bonner Werbefachmann, der dem Marketingbeirat der Jubiläums GmbH vorsitzt.

„Musikalisch wird in allen Ländern der Welt Deutschland mit Beethoven verbunden und Beethoven mit Deutschland“, erklärt CDU-Politiker Kruse. „Keine Frage, dass der Bund sich hier engagieren muss und will.“ Ein politischer Selbstläufer ist die Entscheidung trotz Grütters-Konzept aber offenbar nicht gewesen – auch wenn CDU und SPD das Beethoven-Jubiläum als nationale Aufgabe im Koalitionsvertrag stehen haben. SPD-Haushälter Johannes Kahrs zum GA: „Ohne das Drängen der Bonner Abgeordneten hätte das alles nicht geklappt.“

Die monatelangen Verhandlungen und Gespräche in Berlin seien erfolgreich verlaufen, zieht Claudia Lücking-Michel (CDU) Bilanz. „Das zeigt: Wenn die Region an einem Strang zieht, können wir viel erreichen.“ Auch Katja Dörner (Grüne) findet, dass der gemeinsame Einsatz sich gelohnt habe. „Mit dieser guten finanziellen Ausstattung des Beethoven-Jubiläums kann ein attraktives Programm entwickelt werden, das dem Anlass angemessen ist und weit über Bonn und die Region strahlt“, sagt die Bundestagsabgeordnete. Ihr SPD-Kollege Ulrich Kelber sieht mehr als nur einen einmaligen Effekt: „Das Beethovenjubiläum kann der Turbo für Bonn werden, kulturell und wirtschaftlich dauerhaft noch mehr aus dem Erbe des größten Bonners zu machen“, zeigt sich der Politiker optimistisch.

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