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"Thriller - Live" in Köln: 3500 Fans feiern den "King of Pop" Michael Jackson

"Thriller - Live" in Köln : 3500 Fans feiern den "King of Pop" Michael Jackson

3500 Michael-Jackson-Fans haben am Dienstag die Jubiläumsshow "Thriller – Live" in der Kölner Lanxess-Arena erlebt. Sechs Künstler verkörpern den King of Pop.

Er spielt nicht in der gleichen Liga wie Martin Luther King, Mutter Teresa und John Lennon, John F. Kennedy, Nelson Mandela und Barack Obama: Michael Jackson spielt eine höher. Als zu den Klängen von „Man In The Mirror“ Bilder der Promis gezeigt werden und zuletzt ganz oben das Porträt des King of Pop aufleuchtet, tobt die Lanxess-Arena. 3500 Fans feiern in Köln ihr Idol. So muss es wohl vor zehn Jahren in München bei der Deutschlandpremiere von „Thriller – Live“ gewesen sein, und so wird es bei mittlerweile mehr als 4000 Vorstellungen im Londoner West End praktiziert, wo die Show noch immer läuft. Ein Michael-Jackson-Feuerwerk mit 32 seiner berühmtesten Hits, hochtalentierten Tänzern, Sängern und einer hinreißenden Band: 155 Minuten Action vor einem sehr textsicheren Kölner Publikum.

Und weil der King of Pop so eine facettenreiche Figur war und der Macher von „Thriller – Live“, Adrian Grant, der Peinlichkeit entgehen wollte, mit einem mehr oder weniger überzeugenden Jacko-Double auf der Bühne zu scheitern, erdachte er ein besonderes Konzept: Jackson wird von insgesamt sechs sehr unterschiedlichen Künstlern verkörpert. Der kleine Junge Caleb Stewart wirbelt sich in Köln zunächst durch die frühen, bonbonfarbenen Jahre der Jackson 5 und die Motown-Ära.

Die Holländerin Ina Seidu kehrt mit toller Stimme und berückender Choreografie die androgyne Seite des King hervor („The Way You Make Me Feel“). Der soulige Trace Kennedy widmet sich dem maskulinen, zupackenden Wesen („Smooth Criminal“), während Britt Quentin, ein exzellenter Tänzer und Sänger, der noch am ehesten wie ein gealterter Jackson aussieht, den Charme des Multitalents versprüht („Remember The Time“). Rory Taylor, der einzige Weiße im Solistenensemble, beleuchtet wunderbar die aggressive („Beat It“) wie die sentimentale („She's Out Of My Life“) Seite des King.

Der geschmeidige Moonwalk

Und dann kommt noch Kieran Alleyne zum Zug, der in erster Linie als Tänzer begeistert. Alleyne ist heute 23 und verkörperte vor zehn Jahren in London den jungen Michael. Mit geschmeidigem Moonwalk, der waghalsigen Vorwärtskippe, den kantig ruckelnden Schultern, dem coolen, provozierenden Machogehabe mit der Hand im Schritt und dem sehr femininen, affektgeladenen Hüftschwung hat er alles drauf, was Jacko einst berühmt machte.

Die sechs Solisten geben der Kunstfigur ein schillerndes Profil: sexy, erotisch aber auch ironisch, wandlungsfähig und unglaublich talentiert. Eingebettet in eine fulminante Choreografie, die das Tänzerensemble wunderbar umsetzt, und ein zeittypisch akkurat eingesetztes Farbkonzept beleuchten die Sechs das Paralleluniversum des ewigen Wunderkinds. Dass Michael Jackson in „Thriller – Live“ leider letztlich ein Hybrid bleibt, eine reine Projektion, ist Grants Konzept geschuldet, das selbst zehn Jahre nach dem Tod Jacksons keinerlei biografische Details, Zweifel und kritischen Fragen zulässt.

Was bleibt, ist immerhin eine atemberaubende 40 Jahre einer unvergleichlichen Karriere und 32 Nummern umspannende Gute-Laune-Revue, die ihre Dynamik allein aus Jacksons Oeuvre zieht. Ab „Dangerous“ steigt die Fieberkurve, mit „Don't Stop Til' You Get Enough“ und „Can You Feel It“ schwenkt die Show langsam auf die entscheidenden Titel des Erfolgsalbums „Thriller“ ein. „Dirty Diana“ führt in Abgründe, bei „They Don't Care About Us“ wird's politisch. Spätestens bei den finalen „Thriller“, „Bad“ und „Black Or White“ hält es niemand mehr auf dem Sitz.