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12. Jazzfest Bonn endet: Ausgelassene Party zum Finale

12. Jazzfest Bonn endet : Ausgelassene Party zum Finale

Das 12. Jazzfest Bonn endet mit der Jazzrausch Bigband und Toytoy im unbestuhlten Telekom Forum. Da war Party angesagt

Mit einer ausgelassenen Party und in glänzender Stimmung ist am Samstagabend das 12. Jazzefest Bonn im Telekom Forum zu Ende gegangen. Ein Blick in die Zukunft, wenn man so will: Mit sehr jungen Musikern und Jazz-Arrangements im Techno-Stil – oder umgekehrt – servierte die Jazzrausch Bigband aus München eine Mischung aus pumpenden, basslastigen und mit voller Bläserpower agierenden Beats und hinreißenden Soli. Der dritte Auftritt dieser tollen Bigband bei einem Bonner Jazzfest. Nach nicht enden wollendem Jubel und der dritten Zugabe besteht kaum ein Zweifel, dass man Jazzrausch bald wieder in Bonn beim Jazzfest erleben wird. Heißt es doch im Rheinland: „Einmal ist keinmal. Zweimal ist eine Wiederholung – dreimal eine Tradition.“

Held des Abends war der fulminante 31-jährige Schlagzeuger Silvan Strauß, einer der ganz Großen seiner Generation. Er taktete nicht nur die erste Gruppe des Abends, Toytoy mit Salomea, durch. Er sprang auch noch nach Mützen- und T-Shirt-Wechsel bei Jazzrausch ein, da sich der etatmäßige Drummer Marco Dufner den Fuß gebrochen hat. Strauß löste die Aufgabe überragend – er kennt die Band. Beim Jazzfest hat er übrigens auch bei Maria Joao den Takt angegeben. Preisträger des Abends war Tenorsaxofonist Frederik Mademann, der den Förderpreis des Jazzfests bekommen hat. Vollauf zu Recht, wie er gleich in mehreren Nummern der Jazzrauscher unter Beweis stellte: Bandleader Roman Sladek setzte den Klasse-Solisten wiederholt in Szene. Wobei man sagen muss: Diese Band, die sich virtuos durch das am Freitag erst erschienene Album „Emergence“ wirbelte, besteht fast nur aus wunderbaren Solisten, die aber auch als Ensemble absolut perfekt und präzise funktionieren.

Hervorragende Solisten

Angela Avetisyan begeisterte an der Trompete, Sladek an der Posaune, Florian Leuschner holte das Letzte aus Bassklarinette und Baritonsaxofon heraus, Moritz Stahl glänzte am Tenorsaxofon, Patricia Römers Gesang veredelte jede einzelne Nummer, gab ihnen Struktur.

Atemlos und feurig servierte Jazzrausch angestachelt durch Sladek Stück um Stück. Ein Feuerwerk aus „Emergence“, aber auch frühere Titel passten sich wunderbar ein. Ein toller Abschluss des Festivals

Stimmungsmäßig vorgebaut hatte im ersten Teil des Abends die Hamburger Band Toytoy mit dem Gast, der souligen Sängerin Salomea. Funkig, erfrischend retro und gut gelaunt brachten sie das Publikum im unbestuhlten Telekom Forum in Bewegung, wobei Salomea und das Toytoy-Quartett sehr schön harmonierten. Ähnlich wie später bei Jazzrausch fußt das Leichte, Tanzbare, vermeintlich Eingängige auf einer anspruchsvollen, mitunter komplexen Grundierung, originellen Arrangements und dem Können wirklich guter Musiker. Bei Toytoy glänzten neben dem Gitarristen Alex Eckert, besagter Tausendsassa Strauß, Daniel Stritzke am Bass und Perkussionist Samuel Wootton. Das Publikum war begeistert.