Nachfolge von Stephan Berg Bonn sucht Chef fürs Kunstmuseum Bonn

Bonn · Findungskommission soll Nachfolge für den Intendanten des Kunstmuseums Bonn Stephan Berg klären. Vertrag endet im November 2025.

Stephan Berg, Kunstmuseum Bonn

Stephan Berg, Kunstmuseum Bonn

Foto: Kunstmuseum Bonn/David Ertl

Welche Ausstellung er denn noch gerne im Kunstmuseum Bonn realisieren wolle, fragten wir 2018 den Intendanten Stephan Berg (Foto: David Ertl). Seine Antwort: Er wolle Arshile Gorky, sein amerikanischer Lieblingsmaler, Domenico Gnoli und Mika Rottenberg in Bonn präsentieren. Viel Zeit hat er nicht mehr dafür. Nach zwei Vertragsverlängerungen 2012 und 2019 endet Bergs Intendanz im November 2025 nach 17 Jahren und acht Monaten. Dann ist der 2008 von Hannover nach Bonn gewechselte Museumschef 66 Jahre alt. 2015 wollte ihn das Sprengel-Museum als Nachfolger von Direktor Ulrich Krempel zurück nach Hannover holen, Berg blieb in Bonn.

Nun ist seine Intendantenstelle auf dem Markt. „Die Bundesstadt Bonn sucht zum 01.12.2025 für das Leistungszentrum Kunstmuseum eine Intendantin oder einen Intendanten“, liest man in Anzeigen. Mindestens ein Jahr vor dem Ausscheiden von Berg soll die Nachfolge geklärt sein, wünscht sich das Kulturdezernat. Laut Beschlussvorlage für den Kulturausschuss am 5. März will die Stadt eine Findungskommission für die Nachfolge Bergs einsetzen. Der sollen Martin Köttering, Präsident der Hochschule für bildende Künste Hamburg, Noor Mertens, Direktorin des Kunstmuseums Bochum und Beirätin für Kunstmuseen im Museumsverband NRW, Matthias Mühling, Direktor der Städtischen Galerie im Lenbachhaus München, und Felicia Sternfeld, Direktorin des Europäischen Hansemuseums Lübeck und Präsidentin von Icom Deutschland, angehören.

Stadt behält Intendantenmodell bei

Positives Signal: Die Stadt hält an dem in Museumskreisen eher seltenen Intendantenmodell fest. Das besagt, dass Intendanten, anders als Direktoren, nicht unbefristet, sondern befristet berufen werden und dass der Etat für die Vertragsdauer stabil bleibt. „Bisher hatte das Kunstmuseum sehr unter den Launen des Haushalts zu leiden“, erläuterte Ludwig Krapf, damaliger Kulturdezernent, 2007 die Vorzüge des Intendantenmodells mit garantiertem Etat.

Mitte 2007 hatte sich eine Findungskommission aus Gerhard Pfennig (damals: VG Bild-Kunst Bonn), Klaus Schrenk (damals: Staatliche Kunsthalle Karlsruhe) und Udo Kittelmann (damals: Museum für Moderne Kunst Frankfurt) als einzigen Kandidaten auf Berg geeinigt, seit 2001 Chef des Kunstvereins Hannover.

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