1. News
  2. Kultur & Medien

Nachtmusik mit Rammsteins Engel

Nachtmusik mit Rammsteins Engel

Bernhard Hartmann

Musik in der Kreuzkirche

Wer zu Lebzeit gut auf Erden, wird nach dem Tod ein Engel werden“, heißt es in dem Lied „Engel“ der deutschen Rock-Band Rammstein. Für den Titel des ersten Nachtkonzertes an der Bonner Kreuzkirche hat Initiatorin Karin Freist-Wissing jedoch einen anderen Vers des Liedes ausgewählt: „Gott weiß, ich will kein Engel sein.“ Für ein Kirchenkonzert ein durchaus provokantes Motto. Mit dem neuen Nachtkonzert-Format will die Musik an der Kreuzkirche freilich auch ein besonderes Zielpublikum ansprechen, nämlich „ältere Jugendliche und jüngere Erwachsene“, sagt Kirchenmusikdirektorin Karin Freist-Wissing. Zur Premiere am 27. Februar erwartet das Publikum neben Rammstein, auch Musik von Peter Gabriel, Alan Parson und Stevie Wonder. Ausführende sind der Jazzchor Bonnvoice, Kreuzkirchenorganist Stefan Horz an Orgel und Synthesizer sowie die junge Bonner Rockband Deserted.

Das Ganze soll freilich nicht allein der Unterhaltung dienen, sondern wird eingebettet in einen inhaltlichen Kontext, der den politischen Journalismus in der Tagespresse diskutiert, wie Karin Freist-Wissing weiter erläuterte. Dazu gibt es Infostände und eine Performance mit Karoline von Lüdinghausen und Joachim von der Linden. Attraktiv ist nicht nur das Programm, sondern auch der Eintrittspreis, der für Erwachsene 19 Euro, für Jugendliche bis 27 Jahre zehn Euro und für Kinder fünf Euro, jeweils plus Vorverkaufsgebühren beträgt – Essen und Getränke für den Abend inklusive. Das zweite der insgesamt vier Nachtkonzerte in diesem Jahr widmet sich am 11. Juni den Brandenburgischen Konzerten Johann Sebastian Bachs, die vom Orchester der Kreuzkirche unter Leitung von Karin Freist-Wissing aufgeführt werden. Die Kreuzkirche hat für das Projekt „Nachtkonzerte“ sogar eine eigene Homepage eingerichtet: www.nachtkonzerte-bonn.de.

„Wir machen in diesem Jahr lauter Minireihen“, sagt Karin Freist-Wissing bei der Programmvorstellung für das erste Halbjahr. Mit dem Oratorium „Teodora“ beginnt am 17. April eine Händel-Reihe, die im Herbst mit „Saul“ fortgesetzt wird. „In beiden Aufführungen wird das Orchester Bonnbarock auf Originalinstrumenten spielen“, sagt Freist-Wissing, die selber die musikalische Leitung übernimmt.

Eine zeitlich etwas enger gefasste Reihe findet in der ehemaligen Zentrifuge im Haus der Luft- und Raumfahrt statt, einem in seine kreisrunden Architektur ungewöhnlichen Konzertort mit einer „großartigen Akustik“ (Freist-Wissing). Neben Konzerten am 1. und 5. Mai bieten Altistin Ingeborg Danz und der Geiger Peter Stein auch Meisterkurse an. Stein leitet zudem einen Origami-Workshop, denn er ist nicht nur ein exzellenter Geiger, sondern auch Weltmeister in der Kunst des Papierfaltens.

Eine weitere kleine Reihe ist die „Musik zum Anfassen“, zu der Kinder, Jugendliche und Erwachsene eingeladen sind, die Generalproben zu „Jungen Podium Kreuzkirche“ und zu „Teodora“ zu besuchen. „Es gibt da kein fertiges Konzept“, sagt Freist-Wissing. „Die Kinder und Jugendlichen dürfen sich unter die Sänger und Musiker mischen und Fragen stellen.“

Natürlich setzt auch Stefan Horz seine Erfolgsreihe „Am 7. um 7“ fort, die im März ein Orgelkonzert im Rahmen des Deutschen Musikwettbewerbs präsentiert. Im April tritt Horz am Cembalo mit seiner Duopartnerin, der Harfenistin Konstanze Jarcyk, auf.

Der Vorverkauf hat begonnen, Karten in den Bonnticket-Shops der GA-Zweigstellen. Infos im Netz: kreuzkirche-bonn.de/kirchenmusik/home.