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Zum Tod von Helmut Hohrmann: Plädoyer für unabhängigen Journalismus

Zum Tod von Helmut Hohrmann : Plädoyer für unabhängigen Journalismus

Ehemaliges Vorstandsmitglied der Bundespressekonferenz Helmut Hohrmann 78-jährig in Bonn gestorben.

„Das war keine Käseglocke“, erzählte der Journalist Helmut Hohrmann über seine Arbeit in Bonn, „dadurch, dass man sich mit der Zeit kannte, konnte man Dinge erfahren und veröffentlichen, die man gar nicht recherchiert hätte.“ 2015, am „Tag des Offenen Denkmals“, saß er auf seinem ehemaligen Stammplatz als Vorstandsmitglied der Bundespressekonferenz (BPK) im alten Saal im Tulpenfeld, erzählte Anekdoten und Geschichten von Politikern die sich auf dem „heißen Stuhl grillen lassen“ mussten.

Der langjährige Korrespondent für Rias und Deutschlandfunk ist, wie jetzt bekannt wurde, am 21. Februar mit 78 Jahren in Bonn gestorben. Der 1942 in Berlin geborene Diplompolitologe absolvierte in den USA am Caroll College in Waukesha (Wisconsin) einen Studienaufenthalt und setzte sich in seiner beruflichen Laufbahn, die beim Sender Rias begann, stets für einen freien und unabhängigen Journalismus ein.

Engagement in Bonn und Berlin

Hohrmann, den seine Kollegen „Humboldt“ nannten, war 53 Jahre Mitglied in der BPK, von 1977 bis 2004 im Vorstand. Bis 1996 war er verantwortlich für die Bonner Pressehäuser. Für das Berliner Haus der BPK war er maßgeblich an der Planung und Realisierung beteiligt. Der komfortable Standort des heutigen Hauses der BPK im Berliner Regierungsviertel ist im Wesentlichen seinem Einsatz zu verdanken. 

Bei Besuchen in Berlin habe er  immer regen Anteil an der Entwicklung der BPK genommen und sich darüber gefreut, „dass wir in diesem Haus den Geist eines kritischen, sach­orientierten und im Umgang miteinander sowie mit unseren Gästen respektvollen Journalismus pflegen“, erklärte die BPK.