Kunst zum Anfassen 17 Künstler öffnen ihre Ateliers in Küdinghoven

KÜDINGHOVEN · Kunst zum Anfassen gibt es in der ehemaligen KHB-Fabrik, wo gemalt, genäht und Bildhauerei betrieben wird. Während früher in dem alten Fabrikgelände im Buchenweg 27 Fenster und Türen hergestellt wurden, haben heute 17 Künstler dort ihren Arbeitsplatz und stellten am Sonntag ihre Werke vor.

 Eine tierische Skulptur: Eva Ademi zeigt bei der Kunstausstellung den von ihr erschaffenen Gorilla.

Eine tierische Skulptur: Eva Ademi zeigt bei der Kunstausstellung den von ihr erschaffenen Gorilla.

Foto: Max Malsch

Den ganzen Nachmittag hatten Interessierte die Gelegenheit, in den Ateliers zu stöbern, mit den Künstlern zu sprechen und ihre Lieblingsstücke zu kaufen. Besonders der Einblick in den Entstehungsprozess reizte viele Besucher an der Besichtigung der Ateliers.

Dabei waren die Werke sehr unterschiedlich und man tauchte beim Betreten eines neuen Ateliers jedes Mal in eine andere Welt ein. Mit Malereien, Zeichnungen, Grafiken, Skulpturen und multimediale Arbeiten zeigten die Mitglieder des Vereins Kunst-Werk KHB alle Facetten der Kunst auf.

Wer seine Tour durch die Ateliers beendet hatte, war eingeladen bei Kaffee und Kuchen noch ein wenig zu bleiben und mit anderen Leuten ins Gespräch zu kommen. Obwohl die Fabrik außerhalb liegt, sind die jährlichen Besichtigungen oft gut besucht.

"Unser Künstlerforum hat eine feste und treue Anhängerschaft, die sich immer über die neuesten Werke freut", erzählt Ingried Grießer. Sie schloss sich erst vor ein paar Jahren dem Kunst-Werk KHB an und genießt das gemeinsame Erschaffen von Kunst. Andere wie Horst Becker sind schon seit der Gründung mit dabei. Gemeinsam mit Ex- Kunststudenten machte er aus der leerstehenden Fabrik einen Ort für die Kunst.

"Früher hatten die Ateliers noch einen WG-Charakter, mittlerweile ist es schon professioneller geworden, aber das Miteinander ist immer noch gut", so Becker. Er selbst beschäftigt sich mit Animationen am Computer und Fotoinstallationen. Doch auch für die Arbeiten seiner Kollegen kann er sich begeistern, denn "gerade die Vielfalt macht es spannend" sagt er.

Dazu trägt auch Kostümbildnerin Tina Schneider bei. Für eine Ausstellung im Ledermuseum hat die eigentlich als Bildhauerin tätige Frau Kostüme aus Leder entworfen, die nun in ihrem Atelier bestaunt werden konnten.

Zwar arbeitet jeder Künstler für sich, doch die gemeinsamen Ausstellungen fördern ein Gemeinschaftsgefühl. Die nächste ist Ende Juli in der Bad Godesberger Redoute zu sehen, unter dem Titel "Error 404". Horst Becker freut sich schon darauf . Auch er hat "keine Ahnung, was die anderen ausstellen werden, das bleibt für alle eine Überraschung".

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