Universität Bonn Abschlusskonzert des Collegium musicum

BONN · Mit Antonin Dvoraks Sinfonie "Aus der neuen Welt" und Carl Orffs "Carmina Burana" ging in der Aula der Universität eine Ära zu Ende. 22 Jahre lang hat Walter L. Mik in der Nachfolge Emil Platens das Collegium musicum als Universitätsmusikdirektor geleitet, nun geht er in den Ruhestand.

Für das traditionelle Semesterabschlusskonzert von Chor und Orchester hatte er sich zwei seiner Lieblingsstücke ausgesucht, um Chor und Orchester Gelegenheit zu geben, ihre Leistungsfähigkeit noch einmal zu demonstrieren.

Das taten sie denn auch standesgemäß, vor allem in den ersten beiden Sätzen der Dvorak-Sinfonie hatte Mik, der ein straffes rhythmisches Regiment führte, außerordentliche Arbeit geleistet.

Obwohl es gelegentlich auch etwas im Getriebe klapperte, zeigte das Orchester vor allem in den ersten beiden Sätzen mit gut disponierten Bläserattacken, sensiblen dynamischen Abstufungen und einem transparenten Gesamtklang, auf welchen Niveau es zu spielen imstande ist. Im Scherzo und dem Finalsatz büßte man allerdings etwas von diesem Niveau ein.

Richtig krachen ließ man es in Orffs Mittelalter-Epos. Da zeigte zum einen der sehr gut besetzte Chor, über welch ausgeglichenen Gesamtklang er auch in dynamischen Randbereichen verfügt. Auch sonst hinterließ der Chor einen exzellenten Eindruck, ebenso wie das Orchester, das sich unter Miks Leitung einer deutlich vom üblichen "Hau drauf"-Schema abweichenden Lesart der archaischen Musik befleißigte.

Strikt durchgefochtene Tempowechsel, schön herausgearbeitete Kontraste, all das verband sich mit den ausgezeichneten Solisten Irene Kurka und Thomas Mohr zu einer gelungenen Aufführung. Ein Ausstand nach Maß.