Konzert im Beethoven-Haus Alina Pogostkina spielte Violin-Sonaten von Brahms, Grieg und Fauré

Bonn · Um "Lust und Leid und Liebesklagen" sollte es mit Violin-Sonaten von Brahms, Grieg und Fauré beim 8. städtischen Kammerkonzerts im voll besetzten Beethoven-Haus gehen. So recht mitteilen aber wollte sich ein solcher Bezug in den Interpretationen der hochromantischen Werke für Violine und Klavier aus Deutschland, Norwegen und Frankreich nur schwer.

Zwar wurde von Alina Pogostkina (Violine) und Håvard Gimse (Klavier) sehr akkurat musiziert, insbesondere aber die junge Sankt Petersburger Geigerin blieb mit ihrem Spiel eher unverbindlich und erweckte damit den Eindruck, nicht gänzlich bis zum Kern der jeweiligen musikalischen Aussage vorgedrungen zu sein.

Statt wirkliche Empathie zu beweisen, wirkte vor allem ihre Lesart von Brahms' so genannter "Regenlied-Sonate" op. 78 überwiegend artig, die Erregtheit in den Ecksätzen aufgesetzt.

Griegs nordisch volksmusikantische und recht verspielte G-Dur-Sonate op. 13 kam da schon plastischer herüber, vielleicht auch, weil mit Gimse ein "echter", das nationale Idiom überzeugend treffender Norweger Impulse gebend am Flügel saß. Der Geigerin schien Gabriel Faurés stilistisch zwar in Brahms-Nähe angesiedelte, emotional aber deutlich "leichter" gehaltene A-Dur-Sonate op. 13 eher zu liegen.

Grieg in Reinkultur gab's dazwischen mit drei Genreszenen für Klavier, darunter atemberaubend behände, der "Zug der Trolle". Der "Lyrischen Stücke" hätte man sich einige mehr noch gewünscht. Viel freundlicher Beifall für den gesamten Abend.

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