Vereinte Stimmen in der Aula Bach-Chöre aus Bonn und Lausanne beim gemeinsamen Konzert

Bonn · Die Bach-Chöre Bonn und Lausanne haben ein gemeinsames Konzert in der Aula der Universität gegeben. Die Bündelung beider Chöre sorgte für ein sattes klangliches Fundament

In der Universität Bonn fand ein gemeinsames Konzert der Bach-Chöre Bonn und Lausanne statt.

In der Universität Bonn fand ein gemeinsames Konzert der Bach-Chöre Bonn und Lausanne statt.

Foto: Benjamin Westhoff

Das Konzert des Bach-Chors Bonn mit seinem Pendant aus Lausanne war coronabedingt immer wieder verschoben worden. Nun endlich war der gemeinsame Auftritt in der Aula der Universität möglich, wo das Magnificat von Johann Sebastian Bach und die As-Dur Messe von Franz Schubert auf dem Programm standen. Als Orchester hatte man mit dem Neuen Rheinischen Kammerorchester einen ausgezeichneten Klangkörper verpflichtet, die Leitung teilten sich die beiden Chorleiter Markus Mostert (Bach) und Romain Mayor (Schubert).

Die Bündelung beider Chöre sorgte für ein sattes klangliches Fundament, wobei annähernd doppelt so viele Frauen- wie Männerstimmen auf der Bühne standen. Mit diesem für viele Chöre üblichen Verhältnis sind beide Bach-Chöre nicht allein, wobei die Frauenstimmen klanglich einen kultivierteren Eindruck hinterließen. Da war bei den Männern zuweilen noch deutlich Luft nach oben. Grundsätzlich aber zeigten sich beide Bach-Chöre von ihrer besten Seite, Artikulation und Wortbetonungen wurden vor allem bei Bach dem Text entsprechend gestaltet, nur beim Gesamtklang gab es gewisse Unschärfen.

Wenn man aber bedenkt, dass es für viele Chöre längst nicht selbstverständlich ist, stimmlich auf dem gleichen Stand wie vor Corona zu sein, ist auch das nachvollziehbar. Mostert ließ Bachs Magnificat flott und solide musizieren, Mayor kitzelte in der Schubert-Messe hier und da noch einige schöne musikalische Details aus dem Chor, etwa beim flotten Schluss des Gloria oder dem überaus kraftvoll genommenen Finale des Sanctus, das allerdings etwas spannungsarm begonnen hatte. Ausgezeichnet war im Übrigen auch die aus Theresa Nelles, Katarina Morfa, Lukas Schmidt und Christoph Scheeben bestehende Solistenriege, die bei Bach noch durch Jana Marie Gropp ergänzt wurde. Vor allem Morfa mit ihrem satten Mezzo und Schmidt mit seinem eleganten Tenor wussten stimmlich am meisten zu überzeugen.

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