"Let It Be" Beatles-Tribute-Show gastiert bis Sonntag im Kölner Musical Dome

Köln · Natürlich ist es auch eine Zeitreise. Und der Tunnel für diese Zeitreise befindet sich im Kölner Musical Dome. Der Vorhang hebt sich und wir sehen auf die Bühne des Cavern Club in Liverpool.

 "Let it be": Ryan Coath spielt in Köln John Lennon.

"Let it be": Ryan Coath spielt in Köln John Lennon.

Foto: Thomas Brill

Das Ambiente ist dunkel, staubig, verraucht. Vier junge Männer. Einer sitzt hinter seinem Schlagzeug, die drei anderen stehen mit ihren Gitarren davor. Die Vier tragen schwarze Anzüge, weiße Hemden und schwarze Krawatten. Und diese buschig-wuschigen Frisuren erinnern an ... ja, sie erinnern tatsächlich an Pilzköpfe.

"I Saw Her Standing There" heißt ihr flottes Auftaktlied, gefolgt von einem geschmeidigen Stück namens "Please Please Me". Und so wird auch ihr erstes Album heißen, das am 22. März 1963 erscheint. Ein halbes Jahrhundert ist das jetzt her. Ein guter Zeitpunkt für einen Rückblick. Und für eine Zeitreise. Eine Magical Mystery Tour.

Die Beatles-Tribute-Show "Let It Be" aus dem Londoner West End, die am Diesntag ihre Kölner Premiere feierte, ist die Weiterentwicklung der international erfolgreichen Vorgänger-Produktion "Rain". In der Kölner Show schlüpft Iain Hornal in die Rolle von Paul McCartney, seine Kollegen sind Ryan Coath (John Lennon), Paul Mannion (George Harrison) und Ben Cullingworth (Ringo Starr).

Das englische Ensemble beherrscht Instrumente und Gesang anstandslos und wird in der zweiten Programmhälfte von Michael Bramwell an den Keyboards unterstützt, der zum Beispiel die Sitarklänge in "Norwegian Wood" beisteuert.

Wie bereits im Londoner Savoy Theater, so wird auch die Bühne im Musical Dome von zwei riesigen nostalgischen Fernsehern flankiert, auf denen bewegte Bilder eingespielt werden, die den jeweiligen Zeitgeist wieder aufleben lassen sollen: Swinging London, Flower Power & Co.

Bemerkenswert ist zudem, dass auf den Bildschirmen nicht etwa Filmaufnahmen der echten Beatles eingestreut werden. Vielmehr werden die Bühnendoubles abgefilmt und in dezenter Schwarz-Weiß-Körnung projiziert, was eine Art Morphing-Effekt auslöst: Die Doppelgänger werden durch diese subtile Konzeption (fast) zu den Originalen.

Zwischendurch gelangen sogar uralte Schätzchen der westdeutschen Fernsehwerbung zur Wiederaufführung: Puschkin Wodka, das HB-Männchen, Coca-Cola und ein bizarrer Kukident-Spot mit einer sehr blonden und sehr braven Hausfrau, die sich mit einem maskierten Unbekannten unterhält, der irgendwo zwischen Batman und Edgar-Wallace-Unhold anzusiedeln wäre.

Die Zeitreise durch die Beatles-Geschichte beinhaltet selbstredend alle schöpferischen Epochen der Fab Four. Im "Sgt. Pepper's"-Kapitel wird's allmählich psychedelisch. Dank eines Gaze-Vorhangs und Beamer-generierter Seifenblasen und Wölkchen entsteht eine aparte Wunderland-Kulisse. Mit der Zeit platzieren sich Schnauzbärte in den Gesichtern der Akteure, und auch die Haare beziehungsweise Perücken werden länger und länger.

Zu den interpretatorischen Höhepunkten gerät neben dem bereits erwähnten "Norwegian Wood" auch "The Long And Winding Road" und insbesondere "While My Guitar Gently Weeps", das vom Premierenpublikum im Kölner Musical Dome besonders bejubelt wird. Im Zugabenteil: John Lennons "Give Peace A Chance", das titelgebende "Let It Be" und eine XXL-Version des außerordentlich mitsingkompatiblen Klassikers "Hey Jude", die kommerziell erfolgreichste Single der Beatles.

"Let It Be", die Beatles Tribute Show im Musical Dome Köln. Es gibt noch Restkarten für die Shows am Donnerstag und am Freitag (jeweils 20 Uhr), für Samstag (15 und 20 Uhr) sowie für Sonntag (15 und 19 Uhr). Karten u. a. in den Bonnticket-Shops der GA-Zweigstellen.

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