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Prix Pantheon: Bei 20. "Spaß und Satire Open" wird wieder im Saal abgestimmt

Prix Pantheon : Bei 20. "Spaß und Satire Open" wird wieder im Saal abgestimmt

Die Meldung des Tages? Das Pantheon hat das Plebiszit wieder eingeführt. Um es präzise auszudrücken: Der Preis "Beklatscht und Gevotet" der vergangenen Jahre teilt sich in zwei. Die Zuschauer vor Ort bekommen wieder eine Stimmkarte an die Hand.

Um dann nämlich den Publikumsliebling zu küren, der sich am Abend des zweiten Wettkampftages wie ehedem mit dem einprägsamen Titel "Beklatscht & Ausgebuht" schmücken und sich neben dem Träger des Jurypreises "Frühreif & Verdorben" feiern lassen darf. Die Fernsehzuschauer geben ihr Votum vom 5. Mai bis zum 5. Juni, 12 Uhr mittags, unter dem Motto "Geklickt & Gevotet" online ab. Wer die meisten Stimmen dort auf sich versammeln konnte, wird bei der Prix Pantheon Gala am Abend des 5. Juni im Brückenforum bekanntgegeben. Ebenso wie die Identität des bislang noch nicht bekannten Preisträgers in der Kategorie "Reif & Bekloppt".

Soweit zu den technischen Daten der 20. Spaß-und-Satire-Open, die zu diesem runden Geburtstag einen neuen Moderator bekommen haben: Florian Schroeder, Kabarettist und Parodist, der wie auch sein Vorgänger Hennes Bender jederzeit mit den mehr oder weniger fundierten Einwürfen der Herren Litzmann (Rainer Pause) und Schwaderlappen (Norbert Alich) zu rechnen hat. Sonst wie Hund und Katze, ziehen die Kellerkinder erstaunlicherweise an einem Strang, wenn es darum geht, dem Abend die nötige Würze zu verleihen.

Und lassen sich auch von Kandidat Nummer eins namens "Der Tod" nicht ins Bockshorn jagen. Nicht diese zwei, die dem Ersten Weltkrieg zum 100. Geburtstag ein Ständchen bringen. Zumal der Herr aus Berlin mit schwarzer Kapuze und Sense mit dieser erstaunlich dünnen Stimme nicht so recht geeignet scheint, uns den Schrecken in die Glieder fahren zu lassen. Schade, das kann ja gelegentlich auch ganz amüsant sein, und das Thema hätte auch weit mehr hergegeben. Geschenkt.

Vor allem dann, wenn man Enissa Amani eine Weile zuhört. Fällt der Perserin, die in Köln lebt und Jura studiert hat, tatsächlich nicht Besseres ein als ein paar reichlich abgestandene Witze über die Namensgleichheit mit einem italienischen Modedesigner oder über die operierten Nasen anderer Perserinnen? Brauchen wir tatsächlich noch so etwas wie Tussen-Comedy? Lassen wir die Antwort drauf mal beiseite, aber das mit dem linken politischen Bewusstsein glaubt ihr doch kein Mensch. Dass sie Bücher vornehmlich dazu benutzt, um ihre Fernsehantenne darauf zu platzieren, schon eher. Da nutzt es dann auch nichts, wenn man die Namen der Autoren brav auswendig gelernt hat.

Kandidat Nummer drei namens Lars Redlich verschafft dem Wahlvolk im Pantheon zumindest eine Atempause. So recht vermag aber auch er nicht zu überzeugen und lässt das Niveau vergangener Wettkampftage nach wie vor vermissen. Was von ihm in Erinnerung bleiben sollte: "Ist das noch ganz echt?" - ein kurzweiliges und ironisches Stückchen Musik.

Bevor Michael Elsener sich aufmacht, uns aus dem "teutonischen Tränental" zu führen; auch und vor allem auf Kosten seiner Schweizer Landsleute. Ob sie ihn noch einmal über die Grenze lassen? Falls nicht, könnte er auch in Frankreich, Italien oder Spanien unterkommen. Rein sprachlich stimmt's. Ob es zu guter Letzt für einen Prix reicht, ist die andere Frage. Die sich auch bei Kristina Kruttkes Auftritt stellt. Sie hat eine bemerkenswerte Singstimme, sie ist wandelbar, zeigt eine originelle pantomimische Variante der Foto-Love-Story aus dem sattsam bekannten Jugendmagazin.

Aber der Funke zündet tatsächlich erst bei den beiden letzten Kandidaten dieses Abends. "Onkel Fisch" alias Adrian Engels und Markus Riedinger. "Auswandern gilt nicht", lautet ihre Devise. Auswandern will aber auch keiner, der sie so herrlich skurril und charmant blödeln sieht. Zwischendurch rutscht die eine oder andere politische Pointe über die Energiewende oder die Meinungsfreiheit in der Türkei mit durch. Das geht schon in Ordnung, denn das mit der Satire kam bislang ein bisschen zu kurz. Diese zwei jedenfalls wären Anwärter auf einen der begehrten Titel.

Alle Termine und Infos zum Online-Voting unter www.prix-pantheon.de