Konzert des Beethoven Orchesters Blunier feuert Musiker zu temperamentvoller Wiedergabe an

BONN · Mit seiner achten Sinfonie fällt Ludwig van Beethoven sozusagen mit der Tür ins Haus: Das komplette Orchester ist sofort in Aktion, jubelt ein beschwingtes Thema, dessen gut gelaunter Tonfall das gesamte Werk beherrschen wird.

 Nicht zu übersehen: das Alphorn im Konzert.

Nicht zu übersehen: das Alphorn im Konzert.

Foto: Felix von Hagen

Im Freitagskonzert des Beethoven Orchesters in der ausverkauften Beethovenhalle eröffnete Stefan Blunier den Abend mit eben diesem Werk, feuerte seine Musiker zu einer sehr temperamentvollen Wiedergabe an. Das wunderbare Allegretto scherzando spielte das Orchester mit federleichter Delikatesse.

Nach dem menuettartigen dritten Satz mit seinen sehr hübsch ausgeführten Bläserepisoden folgte ein mitreißenden Schlusssatz mit einem perfekten Timing. Das anschließende Concertino rustico für Alphorn und Streichorchester von Ferenc wirkte ein bisschen wie das Vorspiel zur sechsten Sinfonie Beethovens, der Pastoralen, die nach der Pause gegeben wurde.

Das riesige Instrument hat sich seinen ganz ursprünglichen Charakter bewahrt. Kein Ventil, das den Luftstrom von den Naturtönen ablenken würde. Deshalb ist das Concertino aus den 1970er Jahren zwangsläufig kompositorisch von eher schlichter Natur. Seine Wirkung verfehlte es dennoch nicht: Torlontano musste sogar noch eine Zugabe spielen.

In der Pastorale-Sinfonie Beethovens gelang dem Beethoven Orchester unter Bluniers genauer und inspirierender Leitung eine sehr durchsichtige Lesart des Stückes, in der die instrumentalen Effekte klar umrissene Konturen hatten. In der Durchführung des ersten Satzes erlebte man eine bemerkenswerte dynamische Steigerung, die Szene am Bach wurde von silbrigem Streicherklang getragen.

Im "Lustigen Zusammensein der Landleute" sorgten die Hörnerrufe, sanfte Bass-Tupfer, die Klarinetten- und Oboenepisoden sowie die kecken Synkopen namentlich des Fagotts für gute Laune, bis die von Blunier mit gebotener Drastik ins Werk gesetzte Gewitterszene mit Paukendonner und schrillen Piccolo-Böen gleichsam Angst und Schrecken verbreiteten. Das Publikum brach in Jubel aus. Auf die CD, die aus dem Konzert im Rahmen der Gesamtaufnahme der Beethoven-Sinfonien generiert wird, darf man sich freuen.

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