1. News
  2. Kultur & Medien
  3. Regional

Bonn: 27. Kunstmesse im Frauenmuseum

Plädoyer für Schönheit : So war die 27. Kunstmesse im Frauenmuseum in Bonn

An diesem Wochenende fand die 27. Kunstmesse des Frauenmuseums in Bonn statt. Die Werke von rund 80 Künstlerinnen waren dort zu sehen.

Bewährte Trends und neue Magneten vereint die an diesem Wochenende anberaumte 27. Kunstmesse des Frauenmuseums Bonn. Unter frischer Regie von Ellen Junger und deren Kunstmesse-Team wird traditionsgemäß ein Mix aus den Sparten Malerei, Collage, Modellier- und Zeichenkunst, In­stallation und Fotografie beschert. Es lockt ein 3000 Quadratmeter umfassender Parcours, bestückt mit neuen Werken von rund 80 Künstlerinnen internationaler Herkunft.

In den Blick kommt ein stabiles Hoch, das vor allen Dingen die Gebiete Malerei und Bildhauerei mit Experimentierelan und beschwingten Energien versorgt. Paradebeispiele sind poppige „Farbwasserfälle“ (Kerstin Schulz), detailversponnene Fadenmalerei (Kerstin Heinze-Grohmann), die vornehmlich aus Schreinerschrott konstruierten bizarren Poesien von Bildhauerin Nadine Rother, die gesellschaftskritischen Textilfantasien einer Anneliet van Beelen. Bestechende Fotografien von Anna E. Stärk, die schwebenden Stillleben einer Maja Majer-Wallat, die zerklüfteten Skulpturen von Helga Kaes sowie das starke Werkensemble von Heike Weber zählen weiterhin zu den Bravourstücken der Szene.

Ein bereicherndes Novum bildet das auf der zweiten Etage angesiedelte, höchst spannende „Forum junge Kunst“. Hier triumphiert eine von maltechnischem Raffinement und psychologisierender Expressivität zehrende Renaissance der figurativen Malerei. Zu entdecken ist ein breites Gefälle an Solo- und Gruppenporträts (Alica Khaet), die gedämpften, zwischen Wirklichkeit und Unwirklichkeit pendelnden Eitempera-Gemälde einer Chiara Hofmann und nicht zuletzt die existenzialistisch und provisorisch grundierte Installation von Jiayi Li (Jahrgang 1997).

Faszinierend sind ebenso malerische Plädoyers für Schönheit und Sinnlichkeit (Ning Yang), plastische Attacken auf den Eroberungszug digitaler Welten (Sonja Keppler) sowie ein offenbar einhelliges Loblied auf das alte, künstlerisch vollendete Handwerk.