Stadtmuseum Bonn bietet Begleitprogramm Sonderausstellung über Bonner Künstler Pitt Müller im Ernst-Moritz-Arndt-Haus

Bonn · Nach zwölf Jahren intensiver Recherche haben Barbara Brockmeier und Andrea Tietze im Rahmen einer Sonderausstellung im Ernst-Moritz-Arndt-Haus ihr Buch über den bisher unbekannten Künstler Pitt Müller vorgestellt. Das Stadtmuseum Bonn hofft auf weitere unbekannte Biographien.

 Büsten, Pitt-Leuchten und das Totenbildnis Konrad Adenauers sind unter anderem in der Sonderausstellung zu sehen.

Büsten, Pitt-Leuchten und das Totenbildnis Konrad Adenauers sind unter anderem in der Sonderausstellung zu sehen.

Foto: Jill Mylonas

Sie ist noch längst nicht vorbei, die Spurensuche zum Bonner Künstler Pitt Müller. Nachdem Barbara Brockmeier vor rund zwölf Jahren in den Eschenhof in Vilich gezogen ist und seine Initialen „PM“ auf den Putz des Kellerabgangs gefunden hat, fing sie an, zu recherchieren.

Was diese intensive Recherche zutage gebracht hat, hat Brockmeier zusammen mit Andrea Tietze in dem Buch „Pitt Müller. Ein Bonner Künstler“ veröffentlicht. Außerdem sind die gefundenen Werke, etwa ein Totenbildnis Konrad Adenauers, die Porträtbüste Freiherr vom Stein aus dem Jahr 1966 oder die vielen Pitt-Leuchten, aktuell in der Ausstellung „Spurensuche. Pitt Müller und das vergessene Bonn“ im Ernst-Moritz-Arndt-Haus zu sehen.

Über QR-Codes in der Ausstellung nimmt Brockmeier die Besucherinnen und Besucher mit auf die Spurensuche. Wer diese Codes mit seinem Mobiltelefon scannt, bekommt eine Tonspur, auf der Brockmeier berichtet, wie sie mit den Menschen in Kontakt getreten ist, um mehr über Pitt Müller zu erfahren.

Während der Ausstellungseröffnung ging die Spurensuche gewissermaßen weiter: Immer wieder kamen Besucher auf Brockmeier zu und berichteten von Fundstücken. So sagte Brockmeier vor Ort: „Vorhin hat mir eine Frau diesen Ausweis einer ehemaligen Schülerin Pitt Müllers gegeben.“ Name, Wohnort, Geburtsdatum und Foto sind auf dem rötlichen Papier verewigt. „Den hatte sie auf ihrem Dachboden gefunden.“

Dass Leute Fundstücke dieser Art ins Stadtmuseum bringen, ist ganz im Sinne der Leiterin Yvonne Katzy. „Unser Ziel ist es, Pitt Müllers Biographie weiter zu füllen“, sagte sie. „Zudem fordern wir die Menschen in Bonn mit Ausstellungsbeginn dazu auf, neue, bisher ungekannte Biographien vorzuschlagen und Geschichten zu erzählen.“ Wenn die Leute das gut annehmen, kann Katzy sich vorstellen, daraus eine Serie zu machen. „Wir wollen das Museum nicht für, sondern mit den Bonnern machen.“ Dabei komme die Stadtgeschichte keinesfalls zu kurz. „Unser Wunsch ist es, das Museum mit allen zusammen zu gestalten“, so Katzy.

Es wird deutlich: Das Stadtmuseum steht vor einer Neukonzipierung. Katzy hat die Leitung am 1. Juni dieses Jahres übernommen – und sie sprudelt nur so vor Ideen: „Es ist viel geplant. Im Arndt-Haus sollen künftig Sonderausstellungen stattfinden“, so Katzy. „Das Haus war in einem Dornröschenschlaf, und es war an der Zeit, es aufzuwecken.“ Sie selbst habe Pitt Müller vorher nicht gekannt. „Das ist eine ganz spannende Persönlichkeit. Er hat Bonn sehr geprägt und gehört zum Stadtbild.“

Das Buch „Spurensuche. Pitt Müller und das vergessene Bonn“ von Barbara Brockmeier und Andrea Tietze gibt es für 29 Euro im Museumsshop des Stadtmuseums. Die Ausstellung mit umfangreichem Begleitprogramm ist bis zum 12. Februar 2023 im Ernst-Moritz-Arndt-Haus, Adenauerallee 79, zu sehen. Geöffnet mittwochs bis sonntags von 12 bis 18 Uhr. Der Eintritt kostet 2,50 Euro, ermäßigt 1,60 Euro. Vom 24. Dezember 2022 bis 1. Januar 2023 bleibt die Ausstellung geschlossen.

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