Benefizausstellung in Bonn Studierende verkaufen in der Fabrik 45 Kunst für den guten Zweck

Bonn · Studierende der Alanus Hochschule für Kunst und Gesellschaft organisieren eine Benefizausstellung in Bonn. Vom 15. bis 18. Mai gibt es in der Fabrik 45 Kunst zu kaufen, die Erlöse gehen an den Verein für Gefährdetenhilfe.

 Im Atelier der Alanus-Hochschule: Die Studierenden Lukas Zimmermann und Helena Jandt verkaufen ihre Werke auf der Benefizausstellung für einen guten Zweck.

Im Atelier der Alanus-Hochschule: Die Studierenden Lukas Zimmermann und Helena Jandt verkaufen ihre Werke auf der Benefizausstellung für einen guten Zweck.

Foto: Meike Böschemeyer

Linksaußen eine Fotografie, das Motiv: Ein perfekt gedeckter Tisch nach Knigge – bunte Zahnbürsten liegen da, wo man eigentlich das Besteck erwartet. Preis: 65 Euro. Neben der Fotografie hängt ein Ölgemälde. Ein Mann, mit schickem Hemd und Hose, wird in einen Pool gezogen. Preis: 360 Euro. Wiederum daneben hängt abstrakte Kunst. Preis: 185 Euro. Und zum Schluss kommt ein Werk aus Pappe, das einem Graffito ähnelt; drei gelb-graue Blumen ragen hervor. Preis: 300 Euro. Das alles gibt es auf der Benefizausstellung "solidart" in der Fabrik 45 in der Bonner Nordstadt.

Organisiert und verkauft werden Werke von Studierenden der Alanus Hochschule. „Eine Benefizausstellung zu veranstalten, war zu Beginn eine lose Idee“, erzählt Lukas Zimmermann. Der 24-Jährige ist Teil des 30-köpfigen Organisationsteams und half schon bei der ersten Ausstellung 2022 mit. Grund für die Idee waren der russische Angriffskrieg gegen die Ukraine und der Drang, etwas tun zu wollen.

Auf der Benefizausstellung in der Fabrik 45 gibt es Werke in unterschiedlichen Stilen und Preisklassen. An der Wand hängen Arbeiten im Wert von 65 bis 360 Euro.

Auf der Benefizausstellung in der Fabrik 45 gibt es Werke in unterschiedlichen Stilen und Preisklassen. An der Wand hängen Arbeiten im Wert von 65 bis 360 Euro.

Foto: Selina Stiegler

„Das Schöne an diesem Projekt ist, dass so die verschiedensten Studiengänge zusammenkommen und an etwas arbeiten“, sagt Marie Hesse. Sie gehört ebenso zum Organisationsteam. Dass die Kunst nicht aus einem Studiengang kommt, ist an der Vielzahl verschiedenster Kunststile zu erkennen: Skulpturen, Ölgemälde, Fotografien, Acryl-Bilder, Zeichnungen, Aquarelle oder Druckgrafik – die Auswahl ist groß.

Wer kauft Benefizkunst? In der Vergangenheit nicht die typischen Kunstinteressierten, wie Hesse weiß. „Nicht jeder hat einen Zugang zu elitärer Kunst. Bei unserer Ausstellung gibt es so viele verschiedene Werke.“ So könne jeder Geschmack getroffen werden. „Die Preise sind je nach Kunstwerk unterschiedlich. Es gibt Postkarten für zwei, drei Euro, aber auch ein Bild für 20 Euro oder sogar für 400 bis 500 Euro“, zählt Hesse auf. Neben dem Erwerb von Kunst können die Besucher kostenlos an Workshops teilnehmen, Performances bewundern oder am Abend zu Live-Musik tanzen.

Fast 10.000 Euro gespendet

Die Einnahmen werden am Ende zu 100 Prozent an den Verein für Gefährdetenhilfe (VFG) gespendet. „Die Spenden sollen insbesondere in die Projekte investiert werden, die nicht oder nur unzureichend finanziert werden“, sagt Linus Laube, VFG-Mitarbeiter der Öffentlichkeitsarbeit. Der VFG versucht Menschen in besonderen sozialen Schwierigkeiten zu helfen. Mit den Spenden werden etwa Schlafsäcke für Menschen ohne Wohnraum finanziert sowie ambulante Pflege für Menschen ohne Anspruch auf Sozialleistungen.

6500 Euro konnten 2022 bei der ersten Benefizausstellung gesammelt werden. Das gesamte Geld ging an den Verein Migrapolis, der weltweit geflüchteten Menschen hilft. 2023 gingen 9500 Euro an den Afghanischen Frauenverein. Das Geld floss damals in ein Projekt für mobile Kliniken im afghanischen Erdbebengebiet Paktika nahe der Grenze zu Pakistan. So konnten laut der Geschäftsführerin des Vereins, Christina Ihle, mit weiteren Spenden in der Zeit von März bis Juni 2023 die medizinische Behandlung von 29.117 Menschen, darunter auch Kindern, ermöglicht werden.

Fabrik 45, Hochstadenring 45; 15. bis 18. Mai. Mi 18-22 Uhr, Do-Sa 12-22 Uhr.

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