Bach-Chor Bonn in St. Marien Gelungener Auftakt ins Jubiläumsjahr

Bonn · Der Bonner Bach-Chor feiert in diesem Jahr 75. Geburtstag. In diesem Jahr sollen besonders schwierige Werke des Komponisten aufgeführt werden.

 Bereits zum 70. Jubiläum sang der Bach-Chro gemeinsam. (Archivfoto)

Bereits zum 70. Jubiläum sang der Bach-Chro gemeinsam. (Archivfoto)

Foto: M. Förster jr.

Der Bach-Chor Bonn hat sich insbesondere der Pflege der Musik jenes Komponisten verschrieben, den er im Namen trägt: Johann Sebastian Bach. Da man in diesem Jahr den 75. Geburtstag des Chores feiert, steht besonders die Musik des Thomaskantors im Zentrum. Im Herbst wird man deshalb richtig dicke Bretter bohren und Bachs Hohe Messe in h-Moll aufführen, ein ebenso umfangreiches wie schwieriges Werk. Warmgelaufen hat man sich in St. Marien in der Nordstadt jetzt erst mal in kleinerem Maßstab: mit der Bach-Motette „Lobet den Herrn“ (BWV 230), der Kantate „Wer nur den lieben Gott lässt walten“ (BWV 93) und einer gleichnamigen Kantate von Felix Mendelssohn Bartholdy. Auch letztere war eine durchaus sinnige Wahl, war Mendelssohn doch maßgeblich an der Renaissance der Musik Bachs beteiligt und hat sich mit dieser intensiv auseinandergesetzt. Das zeigt auch die Kantate, die keine Zweifel daran lässt, wer hier wessen Lehrmeister gewesen ist.

Zu wenige Männerstimmen

Der Probelauf zeigte, dass der Bach-Chor für das Jubiläum gut gerüstet ist, auch wenn ihm ein Problem zu schaffen macht, mit dem viele Chöre kämpfen: der Männermangel. Zwar konnten die Männerstimmen sich gegenüber den etwa doppelt so zahlreich vertretenen Frauenstimmen ausreichend Gehör verschaffen, doch der Ausgewogenheit des Klangbildes täte ein größerer Männeranteil gut. Dass der Chor aber durchaus über eine solide Klangsubstanz verfügt, ist der Arbeit seines Dirigenten Markus Mostert zu verdanken, der den Chor seit 2017 leitet, stimmlich wieder auf solide Beine gestellt und befähigt hat, auch solche durchaus nicht unsportlichen Tempi mitzutragen, wie er sie in St. Marien anschlug.

Der Chor löste seine Aufgabe sehr solide, ebenso wie das mit Anna Herbst, Alexandra Thomas, Maximilian Fieth und Christoph Scheeben zusammengesetzte Solistenquartett. Besonders Herbst und Fieth waren stimmlich gefordert und absolvierten ihren Part ausgezeichnet. Den orchestralen Teil des Abends hatte das vorzügliche Rheinische Kammerorchester übernommen, das zudem noch Bachs erste Orchestersuite (BWV 1066) ebenso fein wie differenziert beisteuerte.

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