Porträt Thilo Beu - Theaterfotograf in Bonn Das fotografische Theater-Gedächtnis

Bonn · Thilo Beu hat ein Auge für den Zauber des Theaters. Sein Blick ist über Jahrzehnte geschult. Er hat mit Großen des Theaters zusammengearbeitet. Zu Bonn hat er ein besonderes Verhältnis.

 Im Sumpf des Geldes: Szene aus Volker Löschs Inszenierung von „Bonnopoly“. Das Stück brachte en Bonner WCCB-Skandal auf die Bühne.

Im Sumpf des Geldes: Szene aus Volker Löschs Inszenierung von „Bonnopoly“. Das Stück brachte en Bonner WCCB-Skandal auf die Bühne.

Foto: Theater der Stadt Bonn/Thilo Beu

Gebraucht das groß und kleine Himmelslicht“, spornt der namenlose Theaterdirektor im Vorspiel zu Goethes „Faust“ seine Leute an, „die Sterne dürfet ihr verschwenden“. Theaterfotograf Thilo Beu würde dem wohl nur ungern widersprechen. Wenn er sich mit Kamera in der Hand und Objektiven im Köcher auf den Weg zur Arbeit begibt, weiß der hochgewachsene 64-Jährige schon aus künstlerischem Eigennutz gute Arbeit auf der Bühne zu schätzen. Je fantasievoller Kulissen und Kostüme, umso besser. Gern erinnert er sich zum Beispiel an Wolfgang Amadeus Mozarts „La Finta Giardiniera“. Ausstatter Hermann Feuchter hatte 2011 für die Inszenierung von Philipp Himmelmann ein goldenes Labyrinth konstruiert, das er senkrecht auf die Bühne stellte. Darin kletterten die Sängerinnen und Sänger herum, die während der Vorstellung stimmlich und auch sonst absolut höhensicher sein mussten.