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Bonner Filmproduktion: Bonnerin dokumentiert Streifzug durch Lissabon

Bonner Filmproduktion : Bonnerin dokumentiert Streifzug durch Lissabon

Eva Wals Kunstprojekt mit Gästen im Künstlerforum verknüpft Fotografie, Video und Poesie.

Keimzelle des feinsinnigen Projektes "Hydra" bildet eine literarische Recherche von Eva Wal, die sich dem portugiesischen Autor Fernando Pessoa (1888-1935) widmet. Die hieraus resultierende Filmproduktion mit dem Titel "Viajo" projiziert einen, von dichterischen Reflexionen begleiteten Streifzug durch Lissabon, kontinuierlich verklammert durch den Anblick von wogenden Schilfrohren. Im Übersetzungstext der Briefliteratur klingen komplexe Themen an wie Hysterie, Wirklichkeitsdistanz, Poesie und Fiktion.

Das gleichsam wuchernde Sprachgebilde Pessoas ebenso wie die filmische Vergegenwärtigung eines immer wieder neu erwachenden Straßenalltags antizipieren Grundzüge des von Eva Wal entwickelten Ausstellungskonzeptes. Das Schlüsselmotiv der Ausstellung, Hydra oder Kracke, mutiert zum Inbegriff einer kommunikativen Dynamik.

Das Ergebnis ist eine Art von transmedialer Collage, die von vortrefflichen Arbeiten aus Bildhauerei, Fotografie und Performance, Videokunst sowie von anregenden Beiträgen aus den Bereichen Musik und Literatur gespeist wird. An Wals Spurensuche knüpft die gleichermaßen durch Lissabon führende filmische, durch Wortklangpoesien untermalte Studie von Marcio-Andre an.

Videokünstlerin Beate Gördes und Literatin Adrienne Brehmer (Köln) antworten mit dem Experiment "Hitzeflirren", dessen Drehort eine Kölner U-Bahn-Baustelle war. Aus Bambusrohren, die wiederum mit Wals naturnaher Filmeinblendung korrespondieren, hat der Münsteraner Meisterschüler Tassilo Sturm eine offene, monumentale Zeltbastion errichtet; eine darin befindliche Türbarriere erinnert an die Außen- und Innenwelt Betrachtungen Pessoas.

Surreale Alltagsbezüge stellen die Megaplastiken des in Köln lebenden Chinesen Yi Zengh Lin her. Lebhaft und expressiv wirken die Fotoprotokolle der sozialkritischen Performances des portugiesischen Duos Nuno Oliveira & Margarida Chambel. Nicht minder fantasiegeprägt fallen kolportierte Inszenierungen der Performancekünstlerin Ana Gesto aus.

i Künstlerforum, Hochstadenring 22-24, Finissage, Sonntag 15. September, ab 17 Uhr. Di - Fr 15 bis 17 Uhr, Sa 14 bis 17 Uhr, So 11 bis 17 Uhr.