"Brings" schlug leise Töne an

In der Weihnachtsshow spielte die Band in einem Konsumtempel, in der Realität verzauberte sie die Siegburger.

Wir befinden uns im Einkaufszentrum Widdersdorf. Herr Möntemeyer (Michael Theissing-Tegeler), seines Zeichens cholerischer Chef dieses Konsumtempels, streitet sich mit dem "Ätzeengel Kabänes" (Marc Metzger) über die von ihm gebuchte Kapelle, die immer noch nicht aufgetaucht ist. Schließlich soll die Band Jürgen Drews vertreten und Publikum anlocken. Für Möntemeyer heißt die Band, den Belehrungsversuchen des Ätzeengels zum Trotz, "Frings" und nicht "Brings". Und halten tut er von denen schon gar nix.

Plötzlich geht der Vorhang auf, gibt ein aufwendiges Bühnenbild frei und "Frings", alias Brings, betreten die Bühne, um bereits mit dem ersten Stück "Dat ist geil", Titel ihres aktuellen Albums, das Publikum in der Rhein-Sieg-Halle zu begeistern. Es ist die mittlerweile elfte Weihnachtsshow der Kölner Band, die 1990 von den beiden Brüdern Peter (Gesang, Gitarre) und Stephan Brings (Bass, Gesang) gegründet wurde. Sie rückt damit ihre Songs in ein anderes Licht. Und in den Kontext eines Theaterstücks.

Für die Handlung zeichnete als Autor und Regisseur wie immer "Blötschkopp" Marc Metzger verantwortlich, der in die Rollen des "Ätzeengels Kabänes" und des Elchenchefs "Kabandalf" schlüpfte. Auch die Brings-Oma (Ilja Engel) war wieder mit von der Partie. Dass manches wie Laientheater wirkt, machen Profi Marc Metzger und die Musik von Brings wieder wett.

Unter dem Motto "Vom vollen Müngersdorfer Stadion noh Widdersdorf in dä leere Gang" kämpfen Peter und Stephan Brings sowie Schlagzeuger Christian Blüm, Gitarrist Harry Alfter und Keyboarder Kai Engel um Anerkennung und Gehör der Kunden des Einkaufszentrums. Und nicht zuletzt um ihren musikalischen Stolz.

Jetzt sollte aber niemand meinen, dass die Musiker hier mit klassischem Weihnachtsliedgut antraten, auch wenn Peter Brings nach einem kurz und fast leise eingestreuten Refrain von "Poppe, Kaate, Danze" versprach: "Keine Panik. Das ist ne Weihnachtsshow und wir packen gleich die Akustikklampfen aus und setzen uns ans Lagerfeuer." Das tat die Band natürlich nicht. Dafür gab es "Stille Nacht" und "Leise rieselt der Schnee" im Gospel-Rock-Gewand und wunderbar umarrangierte Versionen von Stücken wie "Wunderbar" vom letzten Album.

"Normalerweise sind wir ja an Plätzen, wo immer die Hölle los ist", sagte Peter Brings. "Bei den Weihnachtsshows haben wir mal die Gelegenheit, unsere leisen Stücke zu spielen." Und das mit Lust und Verve. Die Unterstützung vom Posaunisten Michael "Schnucki" Theissing-Tegeler tat ein Übriges, so dass Brings zeitweise fast wie eine Soul-Band der 60er-Jahre klang.

Mit "Nit allein" beschloss die Band ihre knapp dreistündige Show, die neben der Musik auch ein opulentes und wunderbar illuminiertes Bühnenbild bot. Drei Abende hintereinander zeigten Peter Brings und Co. die Show in der Rhein-Sieg-Halle, drei Mal war sie ausverkauft. Und dank optimalem Sound war das das Publikum überaus zufrieden.