1. News
  2. Kultur & Medien
  3. Regional

Berliner Barock-Solisten brillieren in Köln: Das Beste kommt von Bach

Berliner Barock-Solisten brillieren in Köln : Das Beste kommt von Bach

Es war ähnlich wie tags zuvor beim Kölner Kammerorchester: die Berliner Barock-Solisten boten, fraglos weihnachtlich gestimmt, ein mit Barockpiècen dicht gefülltes Programm, wobei Bachs zweites Brandenburgisches Konzert jeweils das Finale bildete.

Sehr zur Freude der zahlreichen Zuhörer, wie deutlich zu merken war. Während aber die Werkfolge beim KKO mit Mozart und Grieg stilistische Zäsuren setzte, blieben die Berliner - ihrem Namen Ehre erweisend - voll im Barockzeitalter.

Der Hinweis, dass sich der Klangkörper wesentlich aus Mitgliedern der Berliner Philharmoniker zusammensetzt, liefert für das begrenzte Repertoire eine Erklärung. Bei großen Sinfonieorchestern dominiert schon von der Zusammensetzung her das Musikschaffen der Epochen des Nach-Barock. Das kompensieren manche Musiker gerne durch Mitwirkung auch in anderen, spezialisierten Ensembles, zu denen auch Kammermusik-Formationen gehören.

Das Schürfen in vernachlässigtem Repertoire, das Stöbern in Notenarchiven gehört zu den besonders vornehmen Aufgaben speziell der Alte-Musik-Bewegung. Das Konzert der Berliner Barock-Solisten bewies (unfreiwillig) auch Grenzen dieses ehrenwerten Engagements. Beide am Schluss gebotenen Konzerte Bachs (BWV 1060a/Oboe/Violine, Brandenburgisches BWV 1047) deklassierten alles zuvor Gehörte. Dies gilt auch dort, wo im Detail kompositorischer Mut zu registrieren war wie bei Alessandro Marcellos Oboenkonzert d-Moll (dissonanter Beginn des Mittelsatzes) oder Francesco Durantes Concerto g-Moll (unorthodoxe harmonische Wendungen). Bei den beiden Trompetenkonzerten war das von Georg Philipp Telemann (D-Dur, TWV 51:D7) dem von Giuseppe Torelli (gleiche Tonart, G1) fraglos überlegen. Das bedeutete freilich nicht Beflügelung auf ganzer Linie, obwohl Reinhold Friedrich auf seinen beiden Clarinos perfekt und messerscharf artikulierte.

Oboist Albrecht Mayer faszinierte bei Marcello durch luftige Virtuosität und langen Atem. Beim zweiten Brandenburgischen ergänzten der schon zuvor solistisch aufgefallene Konzertmeister Daniel Gaede und die Blockflötisten Saskia Fikentscher das Concertino-Ensemble. Besser geht's kaum. Animierende Zugabe: "Arrival of the Queen of Sheba" aus dem Händel-Oratorium "Solomon".