Rückkehr eines alten Bekannten Das bietet die neue Saison der „Highlights des Internationalen Tanzes“

Bonn · Tanzkurator Patrick Marín Elbers bringt in der nächsten Saison neun Tanzproduktionen nach Bonn. Das sind die Highlights.

Szene aus Marina Mascarells Choreografie „Køter“ mit dem Dansk Danseteater. Sie gastieren am 12. und 13. November in Bonn.

Szene aus Marina Mascarells Choreografie „Køter“ mit dem Dansk Danseteater. Sie gastieren am 12. und 13. November in Bonn.

Foto: Catrine Zorn

Der Einstieg zur neuen Saison der „Highlights des Internationalen Tanzes“ im August wäre nach Einschätzung von Bonns Tanzkurator Patrick Marín Elbers zugleich bestens für Einsteiger geeignet, die mit dem Tanz noch nicht auf sehr vertrautem Fuß stehen. Das Lucía Lacarra Ballet aus Spanien wird, so verspricht er, ein Stück mit „schöner Musik, tollen Kostümen, ästhetischem Tanz und einer Geschichte“ auf die Bühne bringen: „Lost Letters“ erzählt von der Fernbeziehung eines Soldaten und seiner Frau während des Ersten Weltkriegs.

Insgesamt holt Elbers in seiner zweiten Spielzeit als Tanzkurator neun Produktionen nach Bonn, die meisten davon zu einem Doppelgastspiel. Dabei ist ihm Vielfalt wichtig, wie er am Donnerstagnachmittag im Bonner Opernhaus erläuterte. Nicht alle Produktionen müssen seiner Ansicht nach eingängig sein, sie dürfen gerne auch mal das Publikum herausfordern. Dafür stehen gleich im Oktober und November folgende Gastspiele: Das Tao Dance Theatre aus China, das mit den fast philosophisch-spirituellen Stücken „Kaleidoskop 13 & 14“ aus Tao Yes 2008 begonnenen „Series of Numbers“ zu sehen ist. Marina Mascarells Tanzstück „Køter“, das sie als Leiterin des Dansk Danseteaters präsentiert, schlägt hingegen gesellschaftskritische Töne an. Das Außenseitertum trägt das Stück schon im Originaltitel, der mit dem Begriff „Straßenköter“ übersetzt werden kann.

„Der Nussknacker“ ist auch wieder dabei

Das klassische Ballett-Gastspiel zu Weihnachten ist gleich aus mehreren Gründen etwas sehr Besonderes. Gezeigt wird Peter I. Tschaikowskys „Der Nussknacker“ diesmal in der Version des Choreografen Yuri Vamos, die er 1988 in seiner ersten Spielzeit als Bonner Ballettchef kreierte. Nun kehrt sie in einer Produktion des Balletts Národní Divadlo Moravskoslezské aus dem tschechischen Ostrava an ihre Geburtsstätte zurück. 40 Tänzerinnen und Tänzer und das Orchester bringen sie selbst mit, der Kinderchor der Bonner Oper und zehn Mädchen aus Bonner Tanzschulen runden das Ensemble ab. Der „Nussknacker“ wird in der Adventszeit gleich fünfmal aufgeführt.

Ein Lehrstück in Sachen moderner Tanz gehört ebenfalls zum vielfältigen Angebot. Das neue Jahr beginnt mit einem Gastspiel des Malandain Ballet Biarritz und ist nicht weniger als eine Werkschau des bedeutenden Choreografen und Compagniegründers Thierry Malandain, die von neuen Stücken aus dem Jahr 2022 bis zu den Anfängen der Ensemblearbeit im Jahre 1997 zurückreicht.

Choreografie nach Federico Fellinis Oscar-gekröntem Meisterwerk „La Strada“

Vertanzte Filmgeschichte gibt es auch: Aus London kommen Alina Cojocaru & AC Workroom mit einer Choreografie nach Federico Fellinis Oscar-gekröntem Meisterwerk „La Strada“ (1954), das die eindringliche Geschichte von Gelsomina, einer kindlichen jungen Frau erzählt, die von ihrer Mutter an den reisenden Kraftprotz Zampano verkauft wird, und der es in ihrem entbehrungsreichen Leben dennoch gelingt, die Hoffnung und den Glauben an Wunder nicht aufzugeben.

Das „Odesa National Academic Opera and Ballet Theatre“ schickt insgesamt 135 Mitwirkende aus der vom russischen Angriffskrieg gezeichneten Stadt auf eine Europatournee und nach Bonn, darunter das elfköpfige Ballettensemble sowie Chor, Orchester und Gesangssolisten. Die braucht es, um Carl Orffs Klassiker „Carmina Burana“ wirkungsvoll auf die Bühne zu bringen. Aus Oklahoma kommt im Anschluss das Tulsa Ballet, das mit Sergej Prokofjews Symphonie classique startet und im Broadway ankommt. Und zum Finale im Juni gibt’s dann Tanz aus Indien. In Ashley Lobos Choreografie „Agni“ geht es um das Urelement Feuer.

Dass in Bonn insgesamt sechs Deutschlandpremieren zu sehen sein werden, ist Elbers ein Anliegen: „Wir versuchen Bonn als einen Standort für Deutschland-Premieren zu etablieren.“

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