Blick in die Niederlande Das hat das Originalklang-Festival „FEL!X“ zu bieten

Köln · Mit dem „FEL!X“-Festival eröffnet Louwrens Langevoort im August seine letzte Saison. Er nimmt den gesamten nordwesteuropäischen Kulturraum in den Blick.

Das Ensemble Holland Baroque gastiert am 30. August in der Philharmonie. Unter dem Titel „Brabant 1653“ spielen und singen die Musiker Passionsmusik aus den Klöstern Nordbrabants.

Das Ensemble Holland Baroque gastiert am 30. August in der Philharmonie. Unter dem Titel „Brabant 1653“ spielen und singen die Musiker Passionsmusik aus den Klöstern Nordbrabants.

Foto: KölnMusik GmbH/Wouter Jansen

In der nächsten Ausgabe des Originalklang-Festivals „FEL!X“, mit dem Louwrens Langevoort seine letzte Saison als Intendant der Kölner Philharmonie beginnt, betreibt der aus Groningen stammende Niederländer so etwas wie musikalische Heimatkunde. Allerdings hat er gleich den gesamten nordwesteuropäischen Kulturraum in den Blick genommen, der neben den heutigen Niederlanden auch den flämischen Teil Belgiens umfasst. Langevoort: „Wir haben die Ensembles aus dieser Region mal gefragt, ob sie für uns Programme machen können, die sowohl Unbekanntes aus ihrer Heimat, als auch den Austausch mit anderen Ländern wie zum Beispiel Italien oder Deutschland zeigen.“ Mit dabei sind prominente Alte-Musik-Ensembles und Chöre wie das Collegium Vocale Gent, B’Rock oder Holland Barock, die vom 27. August bis zum 1. September in insgesamt 18 Konzerten in der Philharmonie und weiteren Spielstätten den Ton angeben. Wobei der 31. August einen „Urban“ betitelten Konzertmarathon bei freiem Eintritt bietet.

Das Auftaktkonzert am 27. August in der Philharmonie fällt in diesem Zusammenhang jedoch noch etwas aus Reihe. Gespielt wird nicht Musik des Barock oder der Renaissance, sondern die Sinfonie Nr. 4, die „Romantische“, des Österreichers Anton Bruckner, dirigiert von dem Spanier Pablo Heras-Casado. Es ist das Orchester Anima Eterna Brügge, das diesen Abend thematisch dann doch einfängt. Die Belgier gehören seit Langem zu den international profiliertesten Ensembles der Originalklang-Bewegung. Und mit Heras-Casado steht einer der zurzeit interessantesten Dirigenten am Pult, der sich in alter und neuer Musik ebenso zu Hause fühlt wie in der Romantik. Im vergangenen Jahr schaffte er mit seinem Bayreuther „Parsifal“ den Sprung nach ganz oben. Und nun also Bruckner, dessen 200. Geburtstag die Musikwelt im September feiert.

Mix aus alter und neuer Musik

Weil mit dem Konzert zugleich die neue Reihe „Philharmonie.7“ eingeführt wird, die an einigen Werktagen in der Saison um 19 Uhr einstündige Konzerte anbietet, ist der Abend noch lang genug, ihn mit alter Kammermusik im Stiftersaal des Wallraf-Richartz-Museums fortzusetzen. Die aus Amsterdam stammende Blockflötistin Lucie Horsch und die in Amsterdam wirkende Pianistin Olga Paschenko spielen ab 21 Uhr einen Mix aus alter und neuer Musik von Jan Peterszon Sweelinck bis hin zu Louis Andriessen.

Mit dem Collegium Vocale Gent und dem Dirigenten Philippe Herreweghe haben Kölns Philharmonie-Besucher in den vergangenen Jahren schon viele musikalische Sternstunden erlebt. Beim „FEL!X“-Festival gastiert es nun mit einem italienisch-niederländischen Programm am 28. August in der Kirche St. Mariä Himmelfahrt. Die Capella Amsterdam singt am Abend darauf am selben Ort Bußpsalmen von Orlando die Lasso.

Musikalisches Finale in der Philharmonie

Das B’Rock Vocal Consort und das Orchester B’Rock erinnern in ihrem für den 29. August in der Philharmonie vorgesehenen Konzert an einen ganz besonderen Kulturaustausch, der sich am Ende des 16. Jahrhunderts ereignete. „Was vielleicht viele nicht wissen: Auch Claudio Monteverdi ist mal in Flandern gewesen“, sagt Langevoort. Das war gegen Ende des 16. Jahrhunderts. Von den musikalischen Begegnungen mit Komponisten der franko-flämischen Schule erzählt dieses Konzert.

Nach weiteren Abenden im Wallraf-Richartz-Museum mit dem Ensemble B’Rock aus Gent und der Mezzosopranistin Coline Dutilleul (30. August), dem Ensemble Olland Baroque (30. August) in der Philharmonie und einem sehr besonderen Solo mit der Perkussionistin Nora Thiele im Baptisterium am Kölner Dom folgen noch ein Kinderkonzert und das musikalische Finale in der Philharmonie mit dem Huelgas Ensemble unter der Leitung von Paul van Nevel, beide am 1. September.

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