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Schumannfest in Bonn: Das Sängerehepaar Møller im Theater im Ballsaal

Schumannfest in Bonn : Das Sängerehepaar Møller im Theater im Ballsaal

Beste Voraussetzungen bot das Theater im Ballsaal für einen Liederabend im Rahmen des Schumannfestes. Der Saal verfügt über eine erstaunlich gute Akustik, die der Musik Raum zum Klingen gibt, gleichzeitig aber eine gewisse Intimität bietet und nötigt durch die karge Ausstattung zur Konzentration auf das Wesentliche.

Und das war gerade an diesem Abend, der von dem Sängerehepaar Anne Theresia Møller und Lars Møller und der Pianistin Pauliina Tukiainen gestaltet wurde, besonders lohnend. Auf dem Programm: natürlich Schumann.

Anne Theresia Møller begann mit Frauenliebe und -leben op. 42, einen Lieder-Zyklus nach Chamisso, den sie fernab jeglicher romantischer Preziosität mit wunderbarer Natürlichkeit, stimmlicher Balance und tiefgründigem Ausdruck sang.

Lars Møller stand ihr da in nichts nach. Er sang die Lieder op. 40 und legte dabei nach zaghaftem Beginn eine beeindruckende physische Präsenz und kultivierte Stimmgewalt an den Tag. "Der Soldat" etwa schien leibhaftig im heroischen Stechschritt durch den Ballsaal zu marschieren, das war im besten Sinne furchterregend.

Die leiseren Töne beherrschte er aber gleichermaßen, etwa in Liedern aus Johannes Brahms op. 32, die Møller im zweiten Teil des Abends mit gewichtigem Pathos und durch seine modulationsfähige Stimme außerordentlichem vokalen Tiefgang sang.

Aus sich heraus gehen konnte er dagegen in drei Liedern von Maurice Ravel: demütig-schlicht etwa das Chanson Epique, hinreißend mitreißend das Chanson à boire. Dem französischen Repertoire widmete sich auch Anna-Theresia Møller mit den Chansons de Bilitis von Claude Debussy, die sie mit einem besonders feinen Gespür für die Eleganz der französischen Sprachmelodie gestaltete. Auch mit klanglich außerordentlich fein ausgehörten Duetten von Schumann und Brahms bewiesen die beiden Sänger, dass sie bestens miteinander harmonieren.

Ein heimlicher Star des Abends war indes die Pianistin Pauliina Tukiainen. Sie setzte wunderbar subtile Akzente, begleitete die Sänger an diesem Abend ungemein feinfühlig und immer präsent. Nur eben nicht im Vordergrund, sondern stets in synergetischer Korrespondenz mit den Stimmen.