Konzerte 2024/2025 Das sind die Highlights der neuen Saison im Beethoven-Haus

Bonn · Das Bonner Beethoven-Haus präsentiert die kommende Saison 2024/2025. Der Bratschist Diyang Mei ist Artist in Residence. Ein Schwerpunkt gilt dem Streichquartett. Auch ein großer Sänger kehrt zurück.

 Solobratschist der Berliner Philharmoniker: Diyang Mei kommt für drei Konzerte in den Kammermusiksaal.

Solobratschist der Berliner Philharmoniker: Diyang Mei kommt für drei Konzerte in den Kammermusiksaal.

Foto: © Diyang Mei

Der Großvater des 28-jährigen chinesischen Bratschisten Diyang Mei muss einen guten Einfluss auf seinen Enkel ausgeübt haben. Seine Liebe zur Musik war es, die bereits den fünfjährigen Knirps dazu brachte, das Geigenspiel zu erlernen, berichtete die Leiterin des Kammermusiksaales, Julia Kluxen-Ayissi, am Donnerstag bei der Vorstellung der neuen Beethoven-Haus-Saison 2024/2025. Er habe sofort Gefallen daran gefunden und mehr noch an der Bratsche, in deren Klang sich Diyang Mei als Zehnjähriger verliebte. Als er dann noch eine Dokumentation über Herbert Karajan und die Berliner Philharmoniker im Fernsehen sah, war dem jungen Talent klar: Von diesem Orchester möchte er später einmal ein Teil sein. Mit 26 Jahren hatte er es geschafft. Seit Oktober 2022 spielt er die erste Solobratsche bei den Berlinern. Auch in Bonn wird man das Ausnahmetalent kennenlernen können. In der kommenden Saison ist er Artist in Residence des Beethoven-Hauses.

Drei Konzerte in unterschiedlichen Besetzungen

„Ich freue mich ganz besonders darauf, Beethovens eigene Bratsche spielen zu können“, verriet Diyang Mei via Video-Botschaft. In welchem der insgesamt drei geplanten Konzerte das im Beethoven-Haus aufbewahrte Instrument erklingen wird, ist noch unklar. Sicher aber ist das Programm: Am 1. Dezember spielt Diyang Mei verschiedene Solowerke, zu Beethovens Tauftag am 17. Dezember bringt er die Pianistin Martina Consonni mit, und am 25. März 2025 wird er den Platz zwischen Philharmoniker-Konzertmeister Noah Bendix-Balgley und Cello-Star Kian Soltani einnehmen.

Herzstück der Saison sind die Abo-Reihen, von denen es drei gibt, die sich auf sechs Kammerkonzerte, fünf Klavierrecitals und sieben Konzerte der Reihe „Young Stars“ aufteilen. In diesem Zusammenhang kündigte Kluxen-Ayissi einen übergreifenden Streichquartett-Schwerpunkt an: Das Aris Quartett (11.10.) und das Amaryllis Quartett (29.11.) spielen in der Kammermusikreihe, das aufstrebende Isidore String Quartet ist bei den „Young Stars“ (10.11.) zu Gast, und auch der traditionelle Meisterkurs zu Beginn der Saison ist der Gattung Streichquartett gewidmet. Das Belcea Quartet wird vom 12. bis zum 15. Dezember vier junge Formationen aus verschiedenen Ländern unterrichten. Zuhörer willkommen!

Vertraute Namen

Bei den Klavierrecitals darf man sich auf vertraute Namen freuen wie Martin Stadtfeld (21.2.2025) oder Fabian Müller, der zu Beethovens Todestag am 26. März 2025 spielen wird. Alexandre Tharaud feiert 17. Mai 2025 den 125. Geburtstag von Maurice Ravel. Eigentlich wäre auch der von der Deutschen Grammophon frisch unter Vertrag genommene Julius Asal in dieser Reihe bestens aufgehoben. Seinen Scarlatti und Skrjabin gewidmeten Klavierabend findet man jedoch bei den „Young Stars“, wo der junge, 1997 geborene Pianist natürlich ebenso gut hineinpasst.

Das Beethoven-Haus bietet auch einige Reihen ohne Abo an. Dazu gehören die sehr prominent besetzten Liederabende mit der Sopranistin Anna Prohaska (19.11.), dem Bassisten Günther Groissböck (12.1.2025) und dem Star-Bariton Thomas Hampson. Er lässt sich am 8. März 2025 bei Franz Schuberts „Wintereise“ von der Akkordeonistin Ksenija Sidorova begleiten. Die vier Jazz-Konzerte werden wie immer von Ursula Timmer-Fontani betreut, die für die kommende Saison unter anderem zwei sehr angesagte Pianisten ankündigte: Nitai Hershkovits (10.10.) und Marco Mezquida (21.11.).

Nachhaltigkeit mit Eckart von Hirschhausen

Darüber hinaus gibt es noch einige Sonderkonzerte. Das erste bereits am 22. August, wenn der Kabarettist und Arzt Eckart von Hirschhausen gemeinsam mit der Geigerin Mareike Neumann und dem Piansten Christoph Reuter einen Abend zum Thema Nachhaltigkeit gestaltet. Merken sollte man sich aber unbedingt auch den 31. Oktober: Da läuten Kit Armstrong (Klavier) und einige Solisten von Jan Caeyers’ Orchester Le Concert Olympique das Konzertprojekt „Beethoven27“ ein. Wie Beethoven-Haus-Direktor Malte Boecker erläuterte, wollen sie bis zur 200. Wiederkehr des Todestages von Beethoven 27 Schlüsselwerke Beethovens in 27 Städten der EU aufführen und mindestens 27.000 Besucher erreichen. Die ersten 199, die in den Kammermusiksaal passen, sollten da kein Problem sein.