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Denken und Fühlen: Thorsten Havener im Pantheon

Denken und Fühlen: Thorsten Havener im Pantheon

Können Sie Gedanken lesen? Würden Sie das gern? Fragen, die Thorsten Havener seinem Publikum an sich gar nicht mehr zu stellen braucht. Denn wer seinen Soloabend "Denken und andere Randsportarten" besucht, will tatsächlich wissen, wie das geht.

Bonn. Können Sie Gedanken lesen? Würden Sie das gern? Fragen, die Thorsten Havener seinem Publikum an sich gar nicht mehr zu stellen braucht. Denn wer seinen Soloabend "Denken und andere Randsportarten" besucht, will tatsächlich wissen, wie das geht. Erwartet dabei womöglich irgendeinen spektakulären Hokuspokus und wird - wie jetzt im Pantheon - angenehm enttäuscht.

Weil Haveners Kunst nicht in irgendeiner obskuren und faszinierend-halbseidenen Zauberei besteht, sondern in der durchaus soliden und keinesfalls unerreichbaren Kombination aus Sensibilität, Empathie und gut geschulter Beobachtungsgabe. Ausgestattet mit diesem Rüstzeug sollte nunmehr also (fast) jeder in der Lage sein, ihm ein Stück weit zu folgen.

Und sich bei dieser Gelegenheit von einigen Illusionen verabschieden. Unvoreingenommenheit ist eine davon. Was immer man sieht, entscheidet am Ende auch darüber, was man hört. Seinem Gegenüber beim Sprechen zuzuschauen, kann weitaus aufschlussreicher sein als der Inhalt.

Klingt, als wolle Havener damit einer zeitgemäßen Oberflächlichkeit das Wort reden. Doch in seinem Fall lohnt es sich dann doch, ganz genau hinzuhören. Ob man anschließend davon Gebrauch macht, um seine Mitmenschen nach allen Regeln der Kunst zu manipulieren, bleibt jedem selbst überlassen.

Tatsache ist jedoch, dass Havener sein Thema mit einer wohltuenden Portion Humor und Selbstironie präsentiert. Dass er auf die frühere Pose des smarten Magiers inzwischen gut und gerne verzichten kann. Seine Botschaft stattdessen: Mutig zu den eigenen Stärken zu stehen. Sei es auch die, zu spüren, was der andere denkt, bevor es ihm selbst bewusst wird.