"Die Kavaliere" im Pantheon Der Scherz und die Einsamkeit

Bonn · "Die Kavaliere" enttäuschen im Bonner Pantheon. Mehr noch: Permanent mit den "werten Gästen" auf Tuchfühlung zu gehen, ist unprofessionell und völlig indiskutabel.

"Ein Scherz kommt selten allein": So lautet das Motto von Bernhard Altfeld und Ralf Hafner, die jetzt als "Die Kavaliere" Premiere im Pantheon gefeiert haben. Kavaliere wären sie wohl gewesen, hätten sie sich diesen Abend gespart und ihren Scherzen die Einsamkeit. Zwar können die beiden recht nett Xylofon spielen und einer Batterie leerer Flaschen ebenso gefällige Melodien entlocken - aber das genügt leider nicht.

Mehr noch: Permanent mit den "werten Gästen" auf Tuchfühlung zu gehen, ist unprofessionell und völlig indiskutabel. Altherrenwitze und peinliche Zoten währenddessen illustrieren, was mit dem Begriff "Fremdschämen" gemeint ist. Irgendwie könnten sie einem fast schon wieder leidtun, denn unsympathisch sind sie beileibe nicht.

Nur sehr schlecht beraten gewesen, so ein Programm, das sich auszugsweise vielleicht noch als Lückenfüller bei Dinnershows gebrauchen lässt, ausgerechnet im Pantheon zu präsentieren. Gerade so, als liefe eine Mannschaft der Kreisliga C im Westfalenstadion (alias Signal-Iduna-Park) gegen das Team von Jürgen Klopp auf.

Betulich, bieder, kindisch: Die Liste der Adjektive, die einem durch den Kopf gehen, ließe sich beliebig fortsetzen. Während man sich wünscht, die beiden könnten tatsächlich zaubern - zum Beispiel sich selbst von der Bühne. So fühlt sich verschwendete Zeit an. Mit fortwährendem Kopfschütteln. Wenn man den beiden noch etwas Gutes wünschen möchte, dann dass dies ein einmaliger Ausrutscher war.

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