Die höhere, ewige Ordnung hinter den Dingen

Einfühlsame Bildersprache: Andrea Schomburgs Arbeiten in der Bonner Galerie Cramer

  Andrea Schomburg  vor eigenen Werken in der Bonner Galerie Cramer

Andrea Schomburg vor eigenen Werken in der Bonner Galerie Cramer

Foto: Fischer

Bonn. Eigentlich signalisiert bereits eine unscheinbare Auflistung jene innere Geschlossenheit und Konzentration, die für die gegenwärtige "Malerei" von Andrea Schomburg kennzeichnend ist. Aufgeführt werden hier titelfreie Exponate, sich wiederholende Materialien (Acryl, Öl und Lack auf Leinwand) sowie miteinander korrespondierende Quadrat- und Rechteckformate.

Benannt damit sind die Säulen einer einfühlsamen Bildsprache, die sich als Echo einer kosmischen "Grund-Ordnung" (Schomburg) versteht.

In ihrem vierten Gastspiel bei Barbara Cramer konfrontiert die 1958 in Wuppertal geborene Malerin und neuerliche Fotografin mit einem Geflecht von Diptychen, Triptychen und vor- oder rückverweisenden Einzelgemälden. In souveräner Manier spielt die einstige Kunst- und Germanistikstudentin mit täuschenden Übereinstimmungen und Spiegelungen.

So etwa greift der Wechsel zwischen mattierten, eher in sich ruhenden und sanft schimmernden Oberflächen; innerhalb von block- oder bahnenartigen Kompositionen schillern eine Fülle versteckter Randzonen und abweichend aufgebrochener Bildperipherien.

Bald entdeckt man ein mikrokosmisches Kaleidoskop von Strukturen, die sich übergreifend von Gemälde zu Gemälde fortsetzen und ergänzen. Das Auge verweilt etwa auf scheinbaren Vertiefungen, kraterartigen Inseln, durchsichtigen oder erhabenen Pinselspuren.

Mutmaßliche Analogien finden sich in: Wassermodulationen, Markierungen von Baumrinde, in Wolkenschwaden, Nachtschatten oder rötlich illuminierten Horizonten. Seit ungefähr zwei Jahren arbeitet die in Berlin lebende Künstlerin mit Lack.

Das Ergebnis bildspezifisch individueller Materialüberlagerungen sind Schattenreflexe von Betrachter und Raum. Dieser Spontaneinstieg bildet den Auftakt zur vertiefenden Bildbetrachtung, wo "die höhere, ewige Ordnung, die hinter den Dingen verborgen ist" (Schomburg), aufscheint.

Galerie Barbara Cramer, Poppelsdorfer Allee 58a, bis 27. März. Di. bis Fr. 15 bis 19 Uhr, Sa. 11 bis 14 Uhr.

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